Martin
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Angesehen (01): Lommbock

Es mangelt leider auch diese Woche an einer spannenden oder zumindest witzigen Geschichte, aber immerhin gab es ein Highlight, auf dass ich mich schon letzte Woche sehr gefreut hab: eine Pressevorführung. Davon gab es im letzten Jahr ein paar mehr, aber irgendwie hab ich es entweder total verpennt, darüber zu schreiben oder die lästigen Sperrfristen haben mir die Freude daran genommen.

Lammbock ist einer der wenigen Filme aus meiner Jugend, an den ich mich auch heute noch sehr gern zurückerinnere. Ich hab gar nicht genügend Arme um Hände zu haben um Finger zu haben um abzählen zu können, wie oft ich den Film bisher gesehen hab – es war aber vermutlich oft. Es war auch der erste Film, in dem ich Moritz Bleibtreu richtig bewusst wahrgenommen und schätzen gelernt hab, genauso wie Lukas Gregorowicz, der mir allerdings danach eher weniger unter die Augen kam (Soul Kitchen war es dann, wenn ich mich recht erinnere).

Ein herrlich unaufgeregter Film, der vor allem von den witzigen Dialogen lebte und ich behaupte: mit anderen Darstellern wär der scheiße geworden. Wurde er aber nicht.

Am 23. März kommt nun die Fortsetzung zurück und auch handlungstechnisch bewegt man sich fast im selben Rahmen: 15 Jahre sind seit dem ersten Film vergangen und seit dem Stefan (Lukas Gregorowicz) seine Heimatstadt Würzburg verlassen hat. Während des Films erfahren wir unter anderem, dass er nun CEO in Dubai ist und unter anderem einen Club eröffnen will – mit Joint-Imitaten, denn die Scheichs kennen bei Drogen keinen Spaß. Außerdem will Stefan seine Yasemin heiraten.

Und das ist auch der Aufhänger, denn für die Hochzeit braucht Stefan noch ein paar Urkunden und die gibt es nur in der Heimat. Dort wartet allerdings schon seit langjähriger Freund Kai, der noch immer den ehemaligen Imbiss betreibt, nur dass der neuerdings Lommbock heißt.

Kai hat ebenfalls eine bessere Hälfte und sogar einen Sohn, auch wenn vor den noch ein „Stief-“ gehört – von Hochzeit ist da aber weit und breit nichts zu sehen. Immerhin liefert das aber die Basis für eine weitere sehr geniale Szene von Moritz Bleibtreu, in der er unter Beweis stellt, dass er Jugendsprache so herrlich lächerlich nutzen kann, ohne selbst als vollkommen bescheuert dazustehen (als ob die sehr überzeugende Theorie, dass der Mensch von Aliens abstammt, nicht schon gereicht hätte).

Ebenfalls gibt es ein Wiedersehen mit Schöngeist und Frank, bei dem das Tourette nur noch schlimmer als besser geworden ist und auch Jenny, die Ex-Flamme von Stefan, ist wieder mit dabei. Sogar der ehemalige Undercover-Polizist Achim bekommt einen kurzen Auftritt spendiert, den aber nur die bemerken, die auch den ersten Teil gesehen haben.

Und das war auch die größte Sorge von mir: funktioniert der zweite Teil ohne den ersten? Ja, tut er und das sogar sehr gut. Das gängige Muster ist nahezu identisch, vom Larifari-Abhängen und dem übermäßigen Konsum von Cannabis über die ersten kleinen Probleme, bis hin zum handfesten Streit der Beiden und dem größeren Knall gen Ende. Danach wird reiner Tisch gemacht und irgendwie geht das Leben danach auch weiter – wie im ersten Film. Der einzige Unterschied ist: nicht die Staatsmacht zwingt Stefan und/oder Kai zur Einsicht, sondern Stefan selbst – irgendwie sind auch die Figuren erwachsen geworden, wenn auch nicht sehr.

Während des Films selbst gibt es immer wieder Anspielungen auf den ersten Film, natürlich Mehmet Scholl und Kais absurde Theorien über das Leben, die Welt und das Universum. Wie auch beim ersten Film geht es auch hier nicht um „alles muss größer und einfach mehr“ (wie man das unter anderem aus Hollywood kennt), viel eher ist es ein schlichtes Aufleben des ersten Teils. Aufgrund der langen Zeitspanne zwischen den beiden Teilen funktioniert das sehr gut, vielleicht aber auch nur bei all denen, die den ersten Teil gesehen und lieben gelernt haben.

Ich jedenfalls hab mich wunderbar amüsiert, die Vorfreude auf den Film war absolut berechtigt. Leichtes Unterhaltungskino für alle, die die Schnauze voll von Lensflare und 3D haben. Dafür bekommt man mal wieder einen guten deutschen Film, der weder laut noch bombastisch ist und mit Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz zwei Darsteller, die man selbst im eigenen Freundeskreis haben will.

Klare Empfehlung von mir: angucken!

Kinostart: 23.03.2017

Mit dabei sind unter anderem Moritz Bleibtreu, Lucas Gregorowicz, Louis Hofmann, Kailas Mahadevan, Antoine Monot Jr., Wotan Wilke Möhring, Alexandra Neldel, Julius Nitschkoff, Andreas Pietschmann, Dar Salim, Melanie Winiger, Mavie Hörbiger und Elmar Wepper.

Mehr Infos zum Film holt ihr euch am besten bei Facebook ab.

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  1. Wihel läuft jetzt mit AMP? Oha, schick! Und wieso hast du schon Lommbock sehen können? :D

  2. AMP auh, aber das sind hier Instant Articles – lädt einfach schneller. Das Zauberwort heißt: Pressevorführung :)

  3. Musst du mir beides mal bei Gelegenheit näher erkäutern. ;)

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