Martin
Gedanken-Tüdelüt (42): Karma, Baby | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Gedanken-Tüdelüt (42): Karma, Baby

Gedanken-Tüdelüt (42): Karma, Baby | Kolumne | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Immer wieder hört man davon, manch einer glaubt dran, andere missachten es sträflich: Karma. Das Konzept, dass hauptsächlich mit indischen Religionen verbunden wird, scheint aber tatsächlich zu existieren und eng verbunden mit Murphy’s Gesetz zu sein. Ich jedenfalls kann mich der Existenz des Karmas nicht erwehren und bemühe mich tatsächlich, jeden Tag mindestens eine gute Tat zu vollbringen – sei es nun im Haushalt oder auch bei wildfremden Menschen. Ist auch gar nicht so schwer, da zählt schließlich auch schon, dass man die Mutti mit dem Kinderwagen über die Straße lässt, als an ihr vorbei zu heizen.

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Letzte Woche beim Einkaufen schlug das Karma wieder zu, dieses Mal aber nicht bei uns. Wir standen bei Aldi an der Kasse und wie das eben manchmal so ist: vor uns jemand, der das mit dem Weitergehen an der Kasse nicht verstanden hat. Kann ja auch keiner ahnen, dass an einer Kasse Menschen hinter einem stehen, die dann auch noch ihre Sachen zum Abkassieren auf das Kassenband legen wollen – wo gibts denn sowas?

Unangenehm aufgefallen ist mir die Person aber schon vorher, nämlich als sie unbedingt zwischen Theke und unserem Einkaufswagen lang gehen musste, statt um uns herum – Zeitgewinn schien bei ihr sehr viel höher angesiedelt zu sein als ein sozial angenehmes miteinander. Aber gut, gibt halt solche und solche. Und dann gibts noch andere und das sind die Schlimmsten!

Wir standen nun also an der Kasse und aufgrund der eingeschränkten Mobilitätsbereitschaft konnte ich auch nur sehr bedingt Platz für die Leute hinter uns machen. Das ging schlussendlich auf Kosten des Zwischenraums zur Dame vor uns – aus den sonst üblichen 10 Zentimetern sind dann eben 3 geworden. Nicht wirklich angenehm, aber funktioniert noch.

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Fand Madame aber nicht und machte provokant einen Schritt nach hinten – ein harter Zusammenstoß zwischen Tasche und Einkaufswagen war die Folge. Ihr habt es mitbekommen, die Druckwelle dieses Aufpralls hat man noch in Moskau registriert, die Nachrichten waren voll davon.

Hier hatte Mario Barth aber beinahe Recht: die Kommunikation zwischen Mann und Frau ist geprägt von Missverständnissen. Und so missverstand ich diese nonverbale Aufforderung, gefälligst mehr Abstand zu lassen, ich könnte ja schließlich selbiges mit denjenigen hinter uns machen. Tat ich nicht und so kam es zur dritten Kollision, der Urknall war ein Witz dagegen.

Sie drehte sich um und ließ uns wissen: „Wenn die Hacken ab sind, sagt sie Bescheid“. Ich erwiderte ein freundliches „Das ist nett, dankeschön“, aber das zwischenmenschliche Eis sollte heute nicht mehr brechen. War aber auch verdammt kalt draußen.

Es kam natürlich zur 4. Kollision – ich verstand an diesem Tag offenbar wirklich schlecht – und erntete ein „Sie finden das wohl witzig oder?“. Ganz verstand ich die Frage nicht, denn warum ging es denn nun um meinen Humor? War das vielleicht versteckte Kamera? Und warum gaben die sich nicht mehr mühe, mich zum Lachen zu bringen?

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Meine Schlagfertigkeit ging aber mit meinem Frauenverständnis offenbar gerade ein Bier trinken, sodass ich lediglich ein „Dann gehen sie doch mal ein Stück vor (statt zurück)“ zurückgeben konnte – ein „Geht so“ oder „Is noch ausbaufähig“ wäre passender gewesen, aber wie das mit der Schlagfertigkeit eben so ist. Die kommt erst zwei Stunden später aus ihrem Loch gekrochen.

Doch dann schlug das Karma zu und zwar mit all seiner Gewalt, unvermittelt und gnadenlos – genau auf ihre Geldbörse. Ein warmer Kleingeldregen erging sich auf dem Boden und erwärmte mir ob der direkten Erkennung des Karmazuschlags meinerseits ein wenig das Herz. Zum Glück, hätte ich mich doch sonst den ganzen Abend über dieses kleine Zusammentreffen ärgern müssen.

Aber so zahlten wir vergnügt und gingen von dannen.

Gibt halt immer mal wieder Menschen, die ihre eigene Unzufriedenheit auf andere übertragen müssen. Hat dieses Mal leider nicht geklappt, aber irgendwas ist ja immer.

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