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Wie du garantiert ein total erfolgreicher Blogger wirst - Gedankentüdelüt (101) | Was is hier eigentlich los

Wie du garantiert ein total erfolgreicher Blogger wirst - Gedankentüdelüt (101)

Wie du garantiert ein total erfolgreicher Blogger wirst - Gedankentüdelüt (101) | Kolumne | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Gestern bin ich irgendwo – im Zweifel auf Instagram – mal wieder über eine Werbeanzeige gestolpert, die einem sagt, wie man in „8 einfachen Schritten zum erfolgreichen Blogger wird“. Derlei Anzeigen kennt man, in der Regel werden darüber E-Books verkauft, die auch dein Leben von Grund auf ändern – sofern du der Autor bist und das Ding ordentlich verhökerst.

Schaut man sich derlei Beiträge und Ratgeber an, liest man dort so tolle Sachen wie:

  • Definiere deine Ziele (ich will total viel Geld damit verdient)
  • Stelle einen Redaktionsplan auf (an den ich mich dann ohnehin nicht halte)
  • Vernetze dich mit anderen Bloggern, am einfachsten geht das durch Kommentieren (was sind Kommentare?)
  • Binde hochqualitative Bilder ein (Instagram?)
  • Sei authentisch (GEEEEELD!!!! ICH WILL GELD!!! UND REICH WERDEN!!!! UND SCHÖN SEIN!!!! UND GELD!!!!)
  • [Liste gern mit weiteren esoterischen Ratschlägen erweitern]

Wer schon ein paar Jahre bloggt, der wird wissen, dass das für die meisten Blogger ziemlicher Quatsch ist. Ohnehin hab ich in letzter Zeit viel gelesen – vor allem im Rahmen unserer Wir lieben Blogs-Aktion – dass einige gar keine Lust mehr auf das Internet haben und unter anderem die Blogs der alten Schule vermissen. Die Zeit, in der einfach ins Internet geschrieben wird.

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Das mag banal klingen, aber genau das macht so einen Blog ja aus: der Mensch dahinter. Seine Gedanken, seine Ansichten und seien sie noch so falsch – eben das, was die ganze Nummer einzigartig macht. Posting-Frequenz spielen keine Rolle, auch nicht die Qualität der Bilder (wobei natürlich gute Bilder besser fürs Auge sind – da führt kein Weg dran vorbei) und schon gar nicht, ob man nur so mit unwiderlegbarer Weisheit um sich wirft.

Von daher kommen jetzt hier die einzig wahren Regeln, wie auch du ein erfolgreicher Blogger wirst:

Regel 1

Erfolg definiert sich nicht durch Umsatz und Besucherzahlen. Natürlich sind hohe Besucherzahlen nett anzusehen und schlagen sich in der Regel auch monetär nieder – wenn das allerdings dein oberstes Ziel ist, geh bitte zu Instagram, kauf dir ein paar Follower und melk die Kuh, solange sie dumm ist.

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Regel 2

Wenn du keinen Redaktionsplan brauchst, dann lass es. Und in der Regel braucht man den auch nicht, denn bloggen lebt davon, dass man einfach drauf los schreibt. Klar, ein, zwei Gedanken mach ich mir vorher auch, aber zu 90% huscht jedes Wort genau dann durch meinen Kopf, wenn ich einen Beitrag schreibe und landet entsprechend auch auf dem digitalen Papier.

Regel 3

Probier dich aus. Natürlich schadet es nicht, von den Fehlern der anderen zu lernen, aber 1. Ist es richtig schwierig, diese Fehler überhaupt zu finden (spricht ja niemand wirklich gern darüber) und 2. wirken eigene Erfahrungen immer besser. Zumal: was bei einem nicht funktioniert hat, kann bei dir super klappen. Versuch macht klug.

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Regel 4

Schreib. Schreib. Schreib. Schreib. Bloggen ist nie ein Sprint, sondern hat immer was mit langem Atem zu tun. Wer die Anfangsjahre verpasst hat, wird nur mit sehr viel Mühe, sehr schnell groß. An dieser Stelle sei nochmal auf Regel 1 verwiesen – es sollte nicht immer auf die Größe ankommen.

Regel 5

Sei du selbst. Da ist er, der Esoterik-Ratschlag, aber er ist nun mal von Nöten. Andere kopieren ist sinnfrei, denn ... die gibt es ja schon. Du solltest immer versuchen, etwas Eigenes in deine Beiträge zu verwursten, selbst wenn du nur lustige Videos rebloggst.

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Sonderregel

Beiträge mit einem Video, einem Bild oder nur einem Song und maximal einem Satz braucht die Menschheit nicht mehr. Ich weiß, dass es viele Blogs da draußen gibt, die genau nach dem Muster verfahren – das ist Datenmüll, besonders wenn du nicht die Geschwindigkeit halten kannst, die die anderen an den Tag legen. Versetz dich einfach in die Lage eines Lesers: wozu muss ich deine Seite besuchen, wenn ich exakt das Gleiche auch an anderer Stelle bekommen kann, nur schneller?

Im Grunde ist Bloggen also ganz einfach. Technisch ist das schon lange keine Herausforderung mehr, finanziell muss man am Anfang ohnehin nicht wirklich was reinstecken – man muss nur anfangen. Und auf diese ganzen Pseudo-Ratgeber einen kräftigen Haufen setzen.

Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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Kommentare

  1. Word! Und ich lerne jetzt einfach mal direkt von deinem Fehler, die „Regel 5“ nicht als Zwischenüberschrift formatiert zu haben – danke für dieses total meta-mäßig eingebundenen Anwendungsbeispiel. ;)
    P.S.: Per Kommentar vernetzt – check!
    P.P.S.: Sollte bereits vorab ein Kommentar bei dir gelandet sein – ich sah keinen und auch keine Info, dass er in der Moderation stecke/Mail zum Benachrichtigungsabo… :(

    • Das war natürlich totale Absicht und nur für dich – jetzt wo du es gesehen hast, kann ich endlich Konsistenz reinbringen ;)
      Kommentarmeldung ist tatsächlich nicht so einfach, daher stumpf der generelle Text über den Sende-Button. Und für das Kommentarabo hab ich jetzt eine Alternative eingebaut. Meine Tests haben funktioniert, hoffentlich klappt das nun besser. Regel 6: hab deine Technik einfach nie im Griff ;)

  2. Mir gefällt ganz besonders die Sonderregeö. Gut gebrüllt! :)

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