Martin
Gedanken-Tüdelüt (44): Zack - Autounfall | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Gedanken-Tüdelüt (44): Zack – Autounfall

© bigstockphoto.com / studiostoks

Samstag waren Line und ich völlig spontan – ich schiebe es auf meine Altersmüdigkeit – spazieren. Wie jeder weiß: ich bin so gar kein Fan von Spazieren und rätsle bis heute noch, wie sie mich überhaupt dazu bekommen hat. Wahrscheinlich lag es einfach daran, dass ich noch ein paar Bilder für die Wochenzusammenfassung brauchte und so ein bisschen frische Luft …

Also fix gefrühstückt, Kamera geschnappt und ab ins Auto. Während der Fahrt dachte ich noch darüber nach, wie geil es doch ist, dass ich bisher keinen Unfall hatte. Klar, zwei, drei Mal irgendwo ein bisschen gegengeditscht, aber nichts, was in irgendeiner Form einen Schaden angerichtet hätte.

Außer die Radkappen, die sehen aufgrund der Enge unserer Straße nicht mehr ganz so frisch aus – aber es sind eben auch nur Radkappen. Außerdem ist so ein Auto ja auch ein Nutzungsgegenstand, der darf Gebrauchsspuren haben.

Wir fahren also gemütlich in Richtung Hafen, als wir an eine Kreuzung kommen. Links abbiegen macht nie sonderlich Spaß, aber immerhin mit grüner Pfeilampel – ein Selbstgänger, selbst mit Spur neben sich. Neben uns ein ADAC-Laster, den ich so erst gar nicht wahrgenommen hab, schlich er sich doch unauffällig an.

Merkwürdig wurde es dann doch recht schnell, denn ich ging sicherheitshalber vom Gas – erfahrungsgemäß kann so ein LKW ja auch mal die Kurve enger nehmen, als man das für möglich hält und so kam es auch. Ein beherzter Tritt auf die Bremse war da bisher die Lösung, doch dieses Mal war es selbst dafür zu spät. Mütter rannten mit ihren schreienden Kindern die Straße entlang, Reporterscharen waren schon von weit zu hören und ich meine auch, die eine oder andere Explosion vernommen zu haben, denn …

… der LKW und unsere Stoßstange hatten eine Meinungsverschiedenheit, die sie nur mit Fäusten zu lösen vermochten. Der LKW zog offenbar den Kürzeren, verkroch er sich doch einfach weiterfahrend in die Ferne. Aufgabe und Sieg auf ganzer Linie, allerdings wollte ich die medizinischen Kosten nicht allein tragen und sowieso: wenn mir Ungerechtigkeit widerfährt, dann will ich das geklärt haben. Also Gang rein und fix hinterher.

Ein kleines Hup-Konzert später – wäre übrigens auch was für eine Aufführung in der Elbphilharmonie – haben wir uns dann wiedergetroffen und den Schaden begutachtet. Wie sich zeigte, hat man von diesem kleinen G20-Gipfel der Straße gar nichts mitbekommen, ärgerlich ist es trotzdem.

Kontaktdaten ausgetauscht, Fotos gemacht, Entschuldigung hier, Entschuldigung da und jede Menge Adrenalin.

Gestern war ich dann direkt bei den Kollegen in der Werkstatt und nach ein bisschen Polieren sah das schon gar nicht mehr so schlimm aus (ich hatte bewusst den ganzen Dreck und die Farbe des LKW drauf gelassen).

Man bot mir gar an, die Lackierung zu übernehmen – allerdings bedeutet das, dass der Wagen 1-2 Tage weg ist. Da muss ich noch mal etwas gründlicher drüber nachdenken und so im Nachhinein ist es auch schon recht albern, dass als Unfall zu bezeichnen.

Auf der anderen Seite: für das erste Mal Gott sei Dank sehr glimpflich und die Gegenseite hätte nicht besser reagieren können. So gesehen: wieder ein Kapitel, dass wir im Leben abhaken können.

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