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Gedanken-Tüdelüt (55): Ein Hoch auf die Gelassenheit | Was is hier eigentlich los?
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Gedanken-Tüdelüt (55): Ein Hoch auf die Gelassenheit

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Es kommt mir schon immer ein bisschen komisch vor, wenn ich mit meinen popeligen 30 Jahren über irgendwelche Lebensweisheiten schreibe – aber irgendwo müssen die Gedanken ja hin und sowieso gilt: die Zahl auf der Geburtstagstorte hat nicht zwingend etwas mit der Schläue zu tun – bei einigen eben in die eine Richtung, bei anderen in die andere Richtung.

Was mir aber neulich bei einem Gespräch mit einer Kollegin bewusstgeworden ist: wir brauchen alle viel mehr Gelassenheit.

In ihrem Fall ging es darum, dass sie nur schwer nach der Arbeit und am Wochenende abschalten kann. Klar, verantwortungsvolle Position, kaum Hilfe von anderen – da macht man sich natürlich einen Kopf, wie man das alles bewerkstelligen soll.

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So war ich früher auch: 24 Stunden hatte der Tag, davon 6 Stunden Schlaf, der Rest ging für Arbeit und Blog drauf, wobei die Arbeit hier den Großteil einnahm. Fand Line alles andere als gut, aber mir hat die Arbeit Spaß gemacht – zumindest dachte ich das – und sowieso setzt ein gewisses Verantwortungsbewusstsein auch ein gewisses Engagement voraus. Vielleicht kann man dann auch mal dieses „Karriere machen“, von dem andere immer erzählen, kurz bevor sie in ihrem vergoldeten Bentley davonfahren.

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Mittlerweile muss ich sagen: bringt alles nix. Klar, wenn Dinge Spaß machen und man sie liebt, dann immer nur rein in die Arbeit – ist ja dann nicht wirklich Arbeit. Aber was man dabei nie aus den Augen verlieren sollte: über Dinge, die man nicht ändern kann, sollte man nicht weiter nachdenken. Weil es einfach nichts bringt, dass liegt schon in der Natur der Sache.

Klar, man kann jammern, wenn Sachen nicht funktionieren, von mir aus auch wie ein Wutbürger ausrasten und laut rumschreien – aber wird sich dadurch irgendwas verbessern? Wenigstens ein bisschen zum positiven ändern? Leider nicht.

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Der erste Gedanke bei Problemen ist daher bei mir mittlerweile immer: wie groß ist das Problem und kann ich es lösen? Wenn nicht, wird es ignoriert und das Beste daraus gemacht. Gegebenfalls finden sich sogar Alternativen, die mit etwas Glück sogar noch besser sind.

Genauso hab ich es mir angewöhnt, natürlich auf Probleme, Schwierigkeiten und Missstände hinzuweisen. Aber wenn trotz Warnung weitergemacht wird wie bisher – ja mein, dann wird’s halt Mist. Kannste schon so lassen, aber dann wird’s halt Scheiße.

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Meine Mutter sagte mal zu mir, dass sie mich deswegen bewundert – dass ich in vermeintlichen Krisensituationen immer so ruhig bleiben kann. Dabei hat es nichts mit Ruhe zu tun – nur damit, dass ich keine Gedanken und Energie verschwenden will und kann an Dinge, die sich nicht verbessern oder aus dem Weg räumen lassen.

Und das lässt sich auf so ziemlich alle Bereiche übertragen, sei es nun Sport, Politik oder sonst irgendwelche konfliktbehafteten Teile des menschlichen Lebens. Wenn wir alle zuerst in Ruhe durchatmen und mit einer gewissen Gelassenheit ans Tageswerk gehen – es könnte alles ein bisschen schöner sein.

Den Versuch ist es wert.

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Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert.
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