Line, sag doch mal was zu… deinem Detox-Experiment

Line, sag doch mal was zu... deinem Detox-Experiment

Schon vor einiger Zeit kam auf Instagram, Youtube und sämtlichen Blogs die Themen Detox, Clean Eating und dieses exzessive Sportgetreibe auf. Alles nicht so mein Fall, wer mich kennt, der weiß das.

Letztes Jahr hatte ich schon mal eine Phase, in der ich unbedingt gesünder leben wollte. Da hab ich jede Menge gesundes Zeug gegessen, wenig Süßkram und sogar Sport gemacht. Und zack – hab ich zugenommen. Glaubt mir, das lag mit Sicherheit nicht daran, dass ich Muskeln aufgebaut hab, denn dazu hab ich definitiv zu selten Sport getrieben. Von drei Mal in der Woche 30 Minuten Home-Workouts kann man außer etwas mehr Ausdauer schließlich nicht viel erwarten. Aber dass ich letztendlich zugenommen hab, hat mir die ganze Idee vom gesünderen Lebensstil doch ziemlich versaut. Also hab ich stattdessen lieber wieder Schokolade und Kuchen gegessen und war damit auch schnell wieder bei meinem alten Gewicht. Vielleicht funktioniert bei meinem Körper dieser ganze Abnehmkram einfach genau andersherum. Man weiß es nicht. Die Ernährungsexperten unter euch können mir ja mal eine Erklärung für dieses Phänomen in den Kommentaren dalassen. Jedenfalls aß ich das Jahr dann lustig ohne großartig gesunde Phasen weiter.

Während meiner Lernphase in der Uni bekomm ich aber immer ganz besonders große Lust, mich gesünder zu ernähren, Sport zu machen oder die Wohnung grundlegend umzugestalten und zu reinigen. Das Drückeberger-Prinzip, wer kennt das nicht. Auch jetzt sollte ich statt diesen Artikel zu schreiben, eigentlich lernen. Naja, gleich dann. Da ich gerade eben inmitten einer der Lernphasen stecke, zog dieser neue Trend des Detoxen doch wieder meine Aufmerksamkeit auf sich. Und deswegen beschloss ich vorletzte Woche, dass ich 5 Tage lang Detox machen werde. Gedacht, getan. Letzte Woche war es soweit, es ging also Montag los und endete Freitag, bzw. Samstagmorgen.

Vorab vielleicht noch kurz etwas zum Detoxen. Es handelt sich dabei um eine Art Entgiftungskur, die man macht, um seinen Körper von all den bösen Schadstoffen und Giften zu befreien, die in Schokoriegeln, Kuchen, Burger und Pommes stecken. Es gibt ungefähr 1.000.000.000 verschiedene Ansätze zum Detoxen und jeder verbietet andere Dinge, die man während der Kur nicht essen darf. Was allerdings alle untersagen sind Zucker und Salz. Das waren auch die Dinge, auf die ich speziell verzichten wollte. Ansonsten hab ich meine eigenen Regeln aufgestellt. Ich hab mich noch dazu entschieden, die 5 Tage ohne Weizenprodukte, fettige Milchprodukte und Kaffee auszukommen. Leichte Milchprodukte hab ich mir selbst erlaubt, aber ich hab in der Woche an Milchprodukten tatsächlich nur 0,1%-Fett Joghurt gegessen. Ansonsten gab es jeden Menge Gemüse, ein paar Nüsse, ganz viel Obst und Haferflocken, welche ich mir auch nach meinen eigenen Regeln erlaubt hab.

Wirklich viel, was ich essen kann, ist mir tatsächlich nicht eingefallen, da muss ich beim nächsten Mal (wenn es das denn geben wird), nochmal genauer im Vorlauf drüber nachdenken und ein paar mehr essen planen. Auf Fleisch hab ich übrigens bis auf ein einziges mal Hähnchen auch verzichtet. Und man soll unfassbar viel Wasser trinken. Ich hatte aber ehrlich gesagt auch ständig Durst, das ist sonst sehr selten bei mir der Fall. Morgens soll man außerdem noch eine heiße Zitrone trinken, aber dazu kann ich mich einfach nicht überwinden, denn meiner Meinung nach ist der Geschmack wirklich nicht sehr gut. Aber an Wasser hab ich am Tag sicher so 2 – 3 Liter getrunken. Welche Gerichte es bei mir im Laufe der Woche gab, seht ihr auf den folgenden Bildern.

Line, sag doch mal was zu... deinem Detox-Experiment
Haferflocken, Leinsamen, Joghurt mit etwas Agavendicksaft und Erdbeeren zum Fürhstück. Wahlweise auch Haferschleim mit Erdbeeren und Leinsamen.
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Zucchini-Nudeln mit Tomatensoße. Ess ich auch so ab und zu, schmeckt super. Als Parmesan-Ersatz habe ich Cashewkerne gehackt und darüber gestreut.
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Salat mit Cashewkernen und dazu Knoblauch Kartoffeln. War auch ganz lecker.
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Haferflocken-„Muffins“ mit Früchten. Mit Himbeere oder Heidelbeere schmecken sie am besten.
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Erdbeeren als Snack für zwischendurch.
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Oder auch Kirschen als Snack für zwischendurch.

Im Großen und Ganzen ist das alles gewesen, was ich gegessen hab. Natürlich haben sich die Essen wiederholt und ich hab nicht die ganzen 5 Tage von diesen paar Mahlzeiten gelebt. Die Zucchini-Nudeln hab ich zum Beispiel drei Tage lang gegessen, hätte ich aber auch wirklich fünf Tage lange essen können, so lecker waren die. Salat mir Knoblauch-Kartoffeln gab es an den anderen beiden Tagen. Und die Haferflocken-Muffins waren meine Lebensretter an langen Tagen, da sie gut sättigen und gar nicht schlecht schmecken.
Die meisten, die schon mal eine Detoxkur gemacht und darüber berichtet haben, haben abgenommen (hauptsächlich natürlich Wasser, da dem Körper die Salzzufuhr fehlt, um das Wasser im Körper zu binden) und hatten nach den zwei Anfangstagen, an denen die meisten sich relativ schlapp fühlten, wesentlich mehr Energie.
Die zwei schlappen Anfangstage hatte ich auch, allerdings war ich danach nicht wirklich energiegeladener als sonst. Den einzigen Unterschied, den ich festgestellt hab ist, dass ich morgens an den drei letzten Tagen früh aufgewacht bin und dann auch wirklich sofort aufstehen konnte, ohne mich noch mal für 5 Minuten umzudrehen. Und auch abends war ich nicht so müde wie sonst, konnte aber trotzdem immer gut einschlafen. Den Tag über hatte ich aber gefühlt nicht mehr Power, um meine Aufgaben zu erledigen.

Und abgenommen hab ich in den 5 Tagen tatsächlich nur 0,3 kg. Nicht gerade das Ergebnis, auf das man vor dem Sommer hofft, wenn man sich schon so einer Kur unterzieht. Ich hab mich am Freitag einfach nur unfassbar auf Samstag gefreut und mir in meinem Kopf alles ausgemalt, was ich dann wieder essen darf. Und als ich dann am Samstag bei Starbucks vor einem Stück Carrot Cake und einem Mocca Cookie Crumble Frappuccino (das BESTE Getränk bei Starbucks überhaupt) und beides nicht aufessen/austrinken konnte, weil es mir einfach viel zu süß war, da wollte man ja beinahe ein wenig weinen. Es hat so gut geschmeckt, aber nach der Hälfte war einfach Ende, es war viel zu süß. Ich hoffe sehr, dass sich das wieder gibt. Zum Glück war mit das Abendessen dann später nicht auch noch zu salzig, sonst hätte ich ja wieder zum Detox zurückkehren müssen bis ans Ende meines Lebens.

Mein Fazit:

Es war wirklich interessant, mal eine Woche lang ohne Salz und Zucker zu leben und auch auf die anderen oben genannten Dinge zu verzichten. Salz und Zucker haben mir auch tatsächlich nicht so sehr gefehlt, wie ich anfangs befürchtet hatte. Es war auch nicht so, dass mir die Mahlzeiten nicht geschmeckt haben, mich hat es einfach nur genervt, dass ich jedes mal, wenn ich nur ein wenig Hunger hatte, erst mal nachdenken musste, was ich denn nun essen darf. Sonst würde ich vielleicht schnell eine Scheibe Käse oder ein Brötchen essen und nun war beides nicht erlaubt und ich stand vor dem Dilemma. Auch das ich Erdbeeren einmal überdrüssig werden könnte, hätte ich NIE gedacht. Aber nach diesen fünf Tagen hatte ich sie echt über. Zum Glück ist dieses Gefühl wieder verflogen. Ob ich noch einmal eine Detoxkur machen werde, weiß ich noch nicht. Aber wenn, dann nur, wenn ich vorher für jeden Tag ein anderes Gericht geplant habe.

Über Line

Sängerin, Gelegenheitsgenießerin, Fotografie-Liebhaberin, manchmal eine Herausforderung, literaturbegeistert, verrückt nach Sommer, Sonne, Strand und Meer, moralisch flexibel und gekommen, um zu bleiben. Alle Beiträge von Alina ansehen.

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