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Test: Der Vorwerk VR300 Saugroboter | Was is hier eigentlich los
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Test: Der Vorwerk VR300 Saugroboter

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Es ist ja fast schon ein bisschen bekloppt, dass die Jungs und von immer aus Wuppertal nach Hamburg kommen müssen, damit ich – der ja nun auch schon seit Ende 2005 in der Hansestadt wohnt – ein bisschen mehr von der Stadt sehe. Ging es beim vorletzten Besuch noch in die Elbphilharmonie (da müssen ja schließlich alle mal rein), stand kurz Ende letzten Jahres eher ein Geheimtipp auf dem Programm.

Und damit sind wir eigentlich schon bei der zweiten bekloppten Sache, denn ich hab tatsächlich noch nie so lange für einen Test gebraucht, schon gar nicht in Verbindung mit einem Event, weswegen ich tatsächlich auch schon die eine oder andere schlechte Nacht geschlafen hab. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber natürlich hängen sie mit unserem seit November hinzugekommenen Familienmitglied zusammen, aber auch damit, dass wir halt nicht jeden Tag saugen und auch dem neuesten, technischem Familienmitglied eher selten auf die Finger gucken müssen: denn der VR300 saugt von allein.

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Fangen wir aber beim Event an, denn es ging in den Eiskeller. Klingt kälter als es letztendlich war, aber wenn ich mich richtig erinnere, waren wir mal eben 70 Meter unter der Erdoberfläche – dazu ein Eingang, der eher in einem Hinterhof angesiedelt war, jeder darf sich hier selbst mit seiner Fantasie auseinander setzen.

Die Hauptdarsteller des Abends waren damals der neue Akku-Sauger VB100 und natürlich der VR300. Zum VB100 möchte ich gar nicht all zu viele Worte verlieren, gerade weil eben nicht von uns getestet und auch nicht wirklich ein Bedarf bei uns für das Gerät besteht.

Der Abend selbst war natürlich in erster Linie informativ sowie ausprobier-reich, am meisten ist mir aber vor allem das unfassbar gute Essen, die großartige, musikalische Unterhaltung und die urgemütliche Stimmung. Es bewahrheitete sich mal wieder, was wir eigentlich schon lange wussten: wenn ruft, dann lohnt sich das Kommen.

Ein paar Wochen zogen danach ins Land und – wie eingangs erwähnt – bekamen wir haarigen Zuwachs. Ich hatte nicht ganz ohne genau diesen Hintergedanken einen Test vorgeschlagen und angefragt, allerdings mahlen auch in Wuppertal die Mühlen manchmal langsam. An sich nicht weiter schlimm, führte aber bei uns dazu, dass wir zwischenzeitlich einen anderen Saugroboter angeschafft haben. Nicht unbedingt, weil wir vorab zu wissen meinten, dass der viel besser wäre, sondern schlichtweg aufgrund des Preises (Schnapper-Angebot im Netz, was willste machen?) und der Notwendigkeit. So ein Hund verliert dann eben doch recht viele Haare, selbst als Welpe.

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Der VB100 – kabellos saugen. Kann Spaß machen, aber mehr Spaß macht …
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… wenn man gar nicht erst selbst saugen muss und das lieber den Kobold VR300 allein machen lässt

Insofern war es dann beinahe schon überraschend, als der Postbote mit dem Paket unterm Arm im Hausflur stand, aber so hatten wir wenigstens auch einen direkten Vergleich – macht die Competition natürlich nicht einfacher, aber am Ende profitiert ja der Nutzer von den Eindrücken.

Tatsächlich hat es dann aber auch noch mal zwei Wochen gedauert, bis ich endlich Muse und vor allem Zeit gefunden habe, das Paket auszupacken – unterschätzt nie, wie viel Aufmerksamkeit und Kraft ein Welpe in Anspruch nehmen kann. Der Lieferumfang war recht überschaubar, was man bei einem Saugroboter aber auch durchaus erwarten kann: der VR300, die Basisstation, Stromkabel, Staubbehälter, Filter, Seitenbürste und die Anleitung verbargen sich im Paket.

Die Seitenbürste war schnell angebracht, der Aufbau der Basisstation war auch kein besonderes Hexenwerk, sodass der Kobold VR300 ziemlich schnell einsatzbereit war. Da hat beinahe schon der Download der App auf mein iPhone länger gedauert.

Damit der Saugroboter vor allem auch zukünftig vernünftig arbeitet, heiß es nun: Wohnung erkunden. Denn bei der ersten Fahrt wird der Grundriss abgeklappert und gespeichert, was vor allem dazu dient, dass man später Bereiche bearbeiten kann, zum Beispiel Sperr-Linien einzeichnen, falls der mal irgendwo nicht hin soll – oder eben nur an einer bestimmten Stelle saugen.

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Aller Anfang ist schwer

Allerdings gab es hier schon die erste Euphorie-Bremse, denn der weigerte sich, sowohl Bad als auch Küche zu erkunden. Dazu muss man wissen, dass wir einen anderen Boden in beiden Räumen haben als im Rest der Wohnung (dunkle Fliesen statt hellem Holz-PVC-Dingens), auf dem Weg in die Küche gilt es sogar eine kleine Stufe von knapp 1 cm zu erklimmen. Wir brauchten tatsächlich mehrere Anläufe und auch Support von , bis der Grundriss endlich mal erstellt war – was genau das Problem war, weiß ich bis heute nicht. Ebenso muss ich kritisieren, dass die Hilfestellung vom Support, man solle den Sauger dann doch einfach in der Küche starten lassen, nicht wirklich hilfreich war – denn es muss scheinbar immer an der Basis losgehen und die wollte ich nun wirklich nicht dauerhaft im Kochbereich stehen haben (lediglich für den Umriss hätte es auch kein Sinn gemacht, denn verstellte Basis hätte wohl eine Neuerkundung erfordert).

Und gerade diese vielen Versuche führten vor allem dazu, dass dieser Test nicht schon nach den ersten Wochen kamen. Die Erkundung nimmt ordentlich Zeit in Anspruch, idealerweise hat man auch alle Gegenstände aus dem Weg geräumt und überall die Türen offen – das kann man halt nicht beliebig oft am Tag machen. Hinzu kommt, dass die Räder vom VR300 in Verbindung mit unserem Boden wohl recht laut sind, sodass die Nachbarn von unten tatsächlich schon klingeln kamen (die sind allerdings auch komisch und trotz ihres Alters von knapp 150 Jahren extrem hellhörig …).

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Nachdem aber diese Hürden genommen waren, muss ich sagen: der VR300 tut, was er soll. Dank eingestellter Zeitpläne muss man sich im normalen Alltag nicht wirklich Gedanken über das Saugen machen (außer natürlich Dinge wegstellen, die den Roboter normalerweise behindern könnten), dank Eco-Modus ist auch eine Laufzeit von bis zu 90 Minuten drin, was ja gerade für größere Wohnungen sinnvoll ist. Das hat aber seinen Preis, denn mehr Laufzeit bedeutet weniger Saugleistung – wer die volle Power will, muss damit leben, dass die Laufzeit 30% geringer ist (also um die 60 Minuten).

Wer mag, kann über die App per Spot-Reinigung nur einen bestimmten Bereich saugen lassen oder den VR300 direkt über die App manuell steuern – so ein bisschen, wie ein ferngesteuertes Auto, nur halt langsamer, dafür aber sauberer.

Für Statistik-Freunde sieht man in der App, wie viele Quadratmeter der VR300 geputzt hat, ebenso wie lange er dafür gebraucht hat, auf dem Grundriss kann man zusätzlich schauen, wo er überall war.

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Das Reinigungsergebnis

Dank dem kleinen Fellknäuel sehen wir mittlerweile ganz gut, wann die Wohnung mal wieder gesaugt werden muss, denn das ist tatsächlich schneller nötig, als man glauben mag. So machen sich aber auch die Unterschiede bemerkbar, vor allem wenn man morgens die eher dreckige Wohnung verlässt und abends sauber wieder vorfindet, nachdem der VR300 gesaugt hat.

Und hier macht der VR300 einen ausgezeichneten Job. Dabei sind ihm sowohl die zahlreichen Hundehaare von Mia als auch der Dreck von unseren Schuhen – gerade nach Spaziergängen durch Wald und Co. ziemlich egal. Es wird gnadenlos weggesaugt, was auf dem Boden liegt. Fairerweise sei gesagt, dass wir den Eco-Modus nicht getestet haben, das Augenmerk lag vor allem darauf, den ganzen Mist einfach abends nicht mehr auf dem Boden zu haben. Und auch unsere Flauscheteppiche in Wohn- und Schlafzimmer waren tiptop.

Die Pflege des VR300

Natürlich soll der kleine Racker vor allem unser Leben erleichtern – aber das hat auch in gewisser Weise seinen Preis über den eigentlichen Preis hinaus und der liegt in der Pflege. Dankenswerterweise muss man den VR300 aber nicht dusselige befragen oder rumtesten, bis er wieder zufrieden ist, sondern er gibt über die App Bescheid, wenn ihm was fehlt bzw. der Behälter geleert werden will. Dabei ist es jedem selbst überlassen, ob er den Behälter im Gerät belässt und ihn aussaugt (was irgendwie nach Inception klingt „Ich hab den Sauger ausgesaugt“) oder selbigen entnimmt und im Hausmüll ausleert).

Sofern nötig lassen sich auch Seitenbürste und Hauptbürste problemlos entfernen und bei Bedarf tauschen oder reinigen – gerade die Hauptbürste sollte man nicht vernachlässigen, da sich hier gern mal Haare herumwickeln. Wer da zu lange wartet, muss meist mehr machen als wirklich Spaß bringt.

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Der Preis und was der VR300 nicht kann

Womit wir relativ zügig schon beim Preis angekommen sind. 899€ möchte dafür gern haben und ich sag mal so: das ist schon eine ziemliche Hausnummer. Natürlich bekommt man dafür ein Gerät, dass die Wohnung saugt, wenn man nicht Zuhause ist – optimale Ausnutzung von Zeit und Ressourcen nennt man sowas wohl. Dazu steht nicht von ungefähr für Qualität und dieses „da bekommt man was für sein Geld“-Ding – aber bei dem VR300 bin ich doch das erste Mal ein wenig ernüchtert. Und das liegt nicht unbedingt am Preis allein, sondern an der Verbindung aus Preis und was ich dafür bekomme.

Da wären natürlich die Probleme am Anfang mit der Grundriss-Erkennung und die Lautstärke der Räder bei unserem Boden. Das sind aber eher subjektive Punkte, die nur uns betreffen.

Aber der VR300 hat leider das Problem, dass er sich in unserem Haushalt mit einem anderen Gerät messen lassen muss und wird ihm leider zum Verhängnis. Denn der andere Sauger hat die Grundrisserkennung bereits beim ersten Mal problemlos hinbekommen, ebenso ist die Lautstärke insgesamt deutlich geringer, aber nahezu fast gleicher Saugleistung.

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Dazu kommt, dass im Gegensatz zur Vorwerk-App wir immer sehen können, welche Bereiche der andere Sauger schon gereinigt hat – das ist gerade praktisch, wenn man doch mal die gesamte Wohnung saugen muss, während man Zuhause ist (die Dinger saugen ja eher selten nach Menschenlogik). Auch ist da die Spot-Reinigung für meinen Geschmack deutlich besser gelöst, denn dem VR300 sagt man, an welcher Stelle er saugen soll und dann werden immer ca. 2x2m gesaugt. Bei unserem zweiten Sauger können wir stattdessen im Grundriss die Fläche genau angeben, die gezielt gereinigt werden soll.

Und leider sind auch die No-Go-Linien kein Alleinstellungsmerkmal, denn auch das kann unser zweiter Sauger bereits von Haus aus, genauso wie die Steuerung über Alexa (die ich im Übrigen bei beiden Saugern sehr umständlich finde und nach wie vor die Zeiten herbeisehne, in denen ich nur noch sagen muss, dass Alexa das Wohnzimmer saugen soll und genau das passiert). Viel mehr noch: er wischt sogar, auch wenn das Wischen eher darin besteht, einen nassen Lappen am Ende unterm Hintern hinter sich herzuziehen – und das alles für unter 400€, also gerade mal der Hälfte des Preises.

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Und genau das ist aus meiner Sicht der Kern des Problems: der VR300 ist absolut nicht schlecht und ich würde sogar die subjektiven Kritik-Punkte ausklammern. Aber irgendwie fehlt ihm das eine oder andere Feature, dass den Preis von 899€ wirklich rechtfertigt. Denn selbst wenn man für Name und Qualität gern ein bisschen mehr Geld in die Hand nimmt, die Kluft zu anderen Geräten ist mir persönlich dann doch zu groß. Zumindest bekommt man rein von den Features nicht viel mehr als was man bei anderen für einen deutlich geringeren Preis auch bekommt.

Das bedeutet aber nicht, dass der VR300 bereits jetzt schon gescheitert ist und keine Chance gegenüber seinen Mitbewerbern hat. Tatsächlich sehe ich noch jede Menge Potential, gerade in Sachen Software. Denn Saugen können sie alle, aber am Ende gewinnt der, der den Saugroboter so komfortabel, intuitiv und leicht bedienbar macht.

Und in Sachen Verarbeitung und Material des Gerätes an sich muss sich der VR300 ohnehin nicht verstecken.

Ich bin jedenfalls gespannt, was da in nächster Zukunft noch kommt und ob es der VR300 schafft, unser zweites Gerät nicht doch noch endgültig in den vorzeitigen Ruhestand zu verbannen. Bis dahin dürfen sich die beiden immerhin abwechseln.

Wer gern mehr Infos zu Vorwerk oder dem VR300 haben möchte, schaut an dieser Stelle vorbei. Und Infos zum VB100 gibt es hier.

Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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