Test: Die EnChroma Brille gegen Farbenblindheit - Was is hier eigentlich los

Test: Die EnChroma Brille gegen Farbenblindheit

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Es gibt sie tatsächlich noch: Menschen, die meine Beiträge lesen. Gut, das seh ich auch, wenn ich mir die Aufrufzahlen anschaue und davon ausgehe, dass nur ein Teil davon auf bisher nicht herausgefilterte Bots zurückgeht. Schön ist dennoch, wenn man angeschrieben wird und als Erstes ein Bezug zu einem Beitrag vorfindet, der sich vor allem auch an den Inhalt. Und das ist gleich doppelt schön, wenn da auch mal wieder eine Kooperation herausspringt, vor allem, wenn man dabei noch etwas lernt. Und – oh boi – ich hab allein für diesen Beitrag unglaublich viel gelernt.

Denn vor ein paar Wochen hat mich EnChroma angeschrieben. Die haben – wie eingangs erwähnt – gelesen, dass ich irgendwo mal erwähnt hab, dass ich ein Stück weit farbenblind bin, was mich zwar im Alltag nicht bewusst einschränkt, aber spätestens bei diesen Farbentests mit den Punkten und den darauf zu erkennenden Zahlen irgendwann auffällt (davon mal abgesehen, dass wir uns ab und an Zuhause auch streiten, wenn ich wieder behaupte, dass irgendwas anders aussieht, als Line es sieht).

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Beispielhafte Darstellung – da Sehfehler individuell sind, ist auch die fehlerhafte Wahrnehmung individuell. Aber hier sieht man gut: Jedes Bild für sich genommen, sieht recht normal aus – beide gegenüber gestellt weisen dann doch deutliche Unterschiede auf

Das Erste, was ich dabei gelernt hab: Wie diese verdammten Tests heißen. Ishihara-Test! Nicht unbedingt ein Name, den man sich leicht merken kann, aber wenigstens steht er jetzt hier und kann damit über die Suche gefunden werden – vermutlich bin ich ohnehin derjenige, der am meisten danach sucht, wenn das Thema mal wieder auf den Tisch kommt. Benannt ist der Test übrigens nach dem Augenarzt Shinobu Ishihara, der den Test wiederum 1917 für die japanische Armee erfand. Was dann leider auch bedeutet, dass der gut in die Jahre gekommen ist und für einen schnellen Test ausreicht, aber wer es wirklich genau wissen will, sollte doch lieber zum Arzt gehen und fancy neue technische Möglichkeiten nutzen.

Hab ich allerdings nicht gemacht, denn wie gesagt, mich schränkt das nicht merklich ein. Zweite Sache, die ich gelernt hab: Ich hab tatsächlich eine Rot-Grün-Schwäche. Ich dachte immer, dass das bedeutet, dass man Rot und Grün verwechselt, bzw. nicht auseinander halten kann – ist aber nicht so. Wobei, eigentlich schon ein bisschen, denn der Selbst-Test bei EnChroma auf der Webseite erklärt ganz gut, worauf es dabei ankommt. In meinem konkreten Fall registrieren die Zäpfchen, die für grün zuständig sind, einfach zu viel rot und dafür zu wenig grün. Was halt nicht heißt, dass ich die Farben nicht komplett unterscheiden kann, aber bei Nuancen wird es eben schwierig.

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Mein erster Test vor Nutzung der Brille

Überhaupt scheint das Thema Farbenblindheit äußerst komplex, denn neben dem typischen Rot-Grün-Problem gibt es auch noch Blau-Gelb-Blindheit oder die Monochromie, bei der man gar keine Farben mehr erkennt, sondern alles grau ist. Und natürlich jegliche Form in unterschiedlichen Abstufungen.

Was mich dann zwischenzeitlich auch zu dem Gedanken gebracht hat: Wissen wir überhaupt, was richtige Farben sind? Wer legt das fest? Und wenn der das festgelegt hat, können wir dann sicher sein, dass derjenige nicht auch farbenblind war? Ich hab ja schon mal Monitor-Kalibrierung versucht und war von den Ergebnissen enttäuscht, weil die schon sehr anders waren im Vergleich zu vor der Kalibrierung – was wohl aber normal ist, weil unsere Monitore angeblich schon immer falsch eingestellt sind. Was ist normal und was ist falsch? Schwierig zu sagen, besonders wenn man bedenkt, dass es weltweit 350 Millionen Menschen allein mit Rot-Grün-Farbenblindheit gibt.

Ihr merkt, es ist ein hochkomplexes Feld und ich bin bei Weitem kein Wissenschaftler und kratz hier nur an der Oberfläche.

Jedenfalls hat EnChroma dann gefragt, ob ich nicht mal eine ihrer Brillen austesten will. Will ich, denn Versuch macht klug und ein bisschen mehr Realität schadet oft nicht. Also hab ich den bereits angesprochenen Ishihara-Test auf der Webseite gemacht und festgestellt, dass meine Farbschwäche moderat ist.

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Mein zweiter Test, nachdem ich die Brille eine Weile aufhatte (und während des Tests getragen hab)

Nicht mal eine Woche später klingelte der Postbote und überreicht mir das Paket mit der EnChroma Tilden Brille. Ich bin ehrlich, ich hab mich bewusst vorab nicht mit den Modellen auseinandergesetzt, denn so ein Test bedeutet für mich auch immer, dass ich da möglichst unbefangen rangehen möchte. Daher war ich dann doch überrascht, dass es sich hier augenscheinlich um eine recht normale Sonnenbrille handelt – schwarzer Rahmen, leicht farbige Gläser und somit beinahe schon das klassische Modell, dass man für ‘nen 10er bei Amazon schießen kann.

Dennoch hab ich mir die Anleitung dazu durchgelesen, was sich maximal falsch anfühlt, weil … eine Anleitung für eine Sonnenbrille? Das Ding setzt man auf und das wars. Tatsächlich macht es hier aber Sinn, denn in den Brillen steckt recht viel Wissenschaft.

Ohne da jetzt zu sehr ins Detail gehen zu wollen – ich hab mir auch schon die ganzen medizinischen Begriffe vorab gespart – kann ich sagen, dass da 10 Jahre Entwicklung drin stecken. Normale fällt weißes Licht in unser Auge (das bekanntlich alle Farben des Regenbogens enthält) und aktiviert drei Fotorezeptoren, die für blau, grün und rot zuständig sind. Wer Farben richtig erkennt, kann diese drei Farben auch problemlos unterscheiden – der Rest hat bei den Farbzapfen übermäßige Überlappungen – was dann eben in falschen Informationen resultiert, siehe die Schnelldiagnose bei mir.

EnChroma hat nun Gläser entwickelt, die Lichtwellenlängen so herausfiltert, dass diese Überlappungen vermindert bzw. entfernt werden. Dadurch werden dann die Farbunterschiede wieder deutlicher und man kann die Farben schlichtweg besser sehen (weil halt besser unterscheiden). Wer da gern mehr ins Detail gehen möchte, schaut einfach mal hier vorbei, dort steht das recht ausführlich geschrieben.

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Ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass ich die Anleitung nicht ganz befolgt hab. Ich sitz gerade unter der Woche meistens drin, meistens auch recht abgedunkelt, weil Tageslicht bei Zoom-Meetings oft stört, wenn es nicht aus der richtigen Richtung kommt – da dann mit Sonnenbrille zu hocken, macht die Sache nicht leichter.

Allerdings hab ich vorgestern und gestern das Ding dann doch recht häufig aufgehabt und auch versucht, möglichst viel Licht in die Räume zu lassen, schlussendlich um dann den Ishihara-Test noch mal zu machen. Denn darum geht es am Ende: Vorher und nachher zu vergleichen.

Und tatsächlich hat sich das Ergebnis verändert. Mir war natürlich klar, dass damit nicht alles komplett zu 100% korrigiert ist, dafür ist das ganze Thema zu komplex und die „Fehlstellungen“ bei Menschen zu unterschiedlich, als dass man hier einfach irgendwo was bestellt und alles ist gut – ich war aber dennoch überrascht, wie leicht und locker der zweite Test von der Hand ging und sich auch im Resultat widerspiegelt.

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Was dann letztendlich auch mein Fazit erklärt: Natürlich ist die EnChroma-Brille kein Wundermittel und gerade wer eine starke Farbenblindheit hat, sollte doch vorab zum Arzt gehen und sämtliche Optionen ausloten – nicht zuletzt weil so eine Brille natürlich ihre Grenzen hat. Auch sollte man bedenken, dass die Sicht dann doch recht anders ist, bei mir deutlich rötlicher und fast so, wie ein Lightroom-Filter.
Da muss man sich und vor allem das Auge daran gewöhnen, was eben auch erklärt, dass man die beiliegende Anleitung nicht nur lesen, sondern auch befolgen soll (dort steht unter anderem auch, dass man durchaus ein bis zwei Wochen investieren soll, um ein finales Urteil zu fällen).
Dennoch hat es bei mir mit deutlich weniger Tragezeit schon erste Ergebnisse bzw. Verbesserungen erzielt, was letztendlich für mich bedeutet: Ich werd die Brille öfter tragen. Wie gesagt, nicht zwingend den ganzen Tag im Innenraum und nur vor dem Rechner, aber draußen definitiv. Denn so richtig echte Farben sind dann doch schon ziemlich cool.

Wer gern den Ishihara-Test mal für sich machen will, schaut einfach hier vorbei, weitere Informationen zum Thema selbst gibt es hier und zu der Technik, die EnChroma verwendet an dieser Stelle und natürlich sämtliche Modelle – gibt durchaus noch modischere als das, was ich zugeschickt bekommen hab – im hauseigenen Shop. Nicht ganz offensichtlich: Es gibt auch Modelle für den Innenbereich! Darüber hinaus kann man ruhig auch mal testweise bestellen, denn EnChroma gewährt 60 Tage lang eine Geld-zurück-Garantie – das sollte für einen Versuch absolut ausreichen.

[UPDATE] Nach der Veröffentlichung des Beitrags hat EnChroma noch einen Hinweis für einen Vorher-Nachher-Vergleich gegeben, gerade in Bezug auf den Ishihara-Test: Bei dem Test werden u.a. stark entsättigte Farben verwendet und dazu zufällige Muster, sodass am Ende tatsächlich nur 100% korrekt sehende Menschen damit kein Problem haben. Bei den EnChroma-Brillen wird das Sehen allerdings “nur” bis zu mäßig entsättigenden Farben korrigiert. Das reicht für den Alltag allemal, funktioniert bei dem Ishihara-Test aber nur bedingt, wobei das ja auch gar nicht das Ziel bei dem Produkt ist. Wer auch gern mehr dazu wissen will, schaut einfach hier vorbei oder guckt sich das nachfolgende Video an:

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Somit gilt, was ich vorher schon gesagt hab: Es ist kein Wundermittel, aber es hilft – gerade draußen, gerade beim Vergleich mit unterschiedlichen Farben. Und das ist schon ziemlich gut und cool!

Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert.

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