Tschüss, Inoreader - hallo FreshRSS! - Was is hier eigentlich los

Tschüss, Inoreader - hallo FreshRSS!

Tschüss, Inoreader - hallo FreshRSS! | Alltagsgeschichten, Bloggerei | Was is hier eigentlich los?

Ich hatte es im Wochenrückblick schon angesprochen, den letzten Freitag hab ich mir ein bisschen anders vorgestellt, denn plötzlich ging etwas nicht, was einen wesentliche Grundpfeiler für das darstellt, was ich hier betreibe. Denn ohne dass ich täglich durch meinen Feedreader gehe, gäbe es hier keine Beiträge – kann sich ja schließlich nicht jeder jeden Tag 3 bis 4 Beiträge aus den Fingern saugen. Um da einen Überblick über den Inhalt anderer Seiten zu behalten, hat der liebe Gott RSS erfunden und dazu auch Seiten und Tools, wo man die Sammeln kann wie andere Punkte in Flensburg.

Der wohl bekannteste Feedreader war vor vielen Jahren der Google Reader, quasi DAS Tool, dass nahezu jeder benutzte. Bis dann die unpopuläre Entscheidung von Google getroffen wurde, das Ding einfach dicht zu machen. Ich vermute, dass waren die gleichen Idioten, die bei der Google Suche auch vermehrt auf Umsatz statt Funktionalität gesetzt haben, was dann auch erklärt, warum die seit Jahren schon einfach nur noch beschissen ist.

Jedenfalls haben wir dann alle schnell eine Alternative gesucht und nach ein paar Wochen Chaos sollten sich drei Platzhirsche herausstellen: Feedly und Inoreader. Im Kern machen die alle das Gleiche und unterscheiden sich nur in den Details – ich bin nach einer kurzen Phase bei Feedly zu Inoreader gewechselt. Die Bedienung war für mich ein bisschen angenehmer, dazu die Optik ein bisschen passender und funktionaler und preislich hat das irgendwo auch einfach besser gepasst, sodass man sagen kann, dass ich da seit gut 2015 einen Account habe. Vielleicht sogar länger, zumindest die erste Rechnung ist von 2015.

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Damals knappe 50€ für ein Jahr, da kann man nicht meckern, außerdem hat man noch okay Geld mit dem Blog verdient, sodass keine Zusatzkosten entstanden. Und es war okay, hier und da kamen ein paar neue Features dazu, aber nichts, was meinen Arbeitsablauf wesentlich negativ veränderte. Ganz im Gegenteil, ich lernte die Macht von Labels kennen, baute Workflows, die auch bei der Win-Compilation halfen und alles war weitestgehend gut.

Der erste Wermutstropfen kam, als die Preise anzogen. Zunächst lediglich 10€ mehr, aber ich kam ins Grübeln, denn so richtig floss der Rubel nicht mehr – da denkt man dann doch ein bisschen mehr über Kosten nach. Nur ein Jahr später dann noch mal eine Erhöhung auf 80€, was schon gar nicht mal mehr so ein Pappenstiel ist. Aber hey, ist ja ein Jahrespreis und – wie gesagt – ein großer Teil des Fundaments für den ganzen Spaß hier.

Vor zwei Jahren fiel mir dann eher per Zufall auf, dass sich manche Feeds nicht so updaten würden, wie ich das erwarte. Besuchte ich die Seiten direkt, sah ich bereits mehrere neue Beiträge, auch der direkte Aufruf des RSS-Feeds zeigte die neuen Beiträge – nur Inoreader blieb leer. Also die Einstellungen gecheckt, das Polling geändert, aber nichts verbesserte sich. Also tat ich das, was man in so einer Situation immer machen sollte: einfach mal beim Kunden- nachgehakt.

Mehrere Runden hab ich mit dem gedreht und alles bekommen, nur eine zufriedenstellende Antwort nicht. Denn wie sich herausstellt, fanden in Inoreader (heimlich) mysteriöse Algorithmen Einzug, die bestimmen wollten und sollten, wann was wie oft geupdated wird – unabhängig von Einstellungen sowohl auf den Seiten als auch in meinem Account selbst. Kann man machen, hinterlässt dann aber vielleicht nicht nur bei mir einen faden Beigeschmack und führte dazu, dass ich das erste Mal nach Alternativen suchte.

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Der Schmerz war aber offenbar nicht groß genug – bis letzten Freitag. Denn plötzlich konnte ich nicht mehr auf meine gespeicherten Beiträge zugreifen. Also die Beiträge, die ich hier in irgendeiner Form in Beiträge bringen wollte – oder anders gesagt, mir wurde die Grundlage für neue Beiträge entzogen.

Nach viel Rumspielerei war klar, dass es ein technisches Problem geben musste, also wieder den Kundenservice kontaktiert – direkt mit der Meldung, dass die unterbesetzt sind, weil Urlaub. Oder doch Kosteneinsparungen beim Personal? Man weiß es nicht, aber klar war auch, dass schnelle Hilfe ausbleiben würde.

Also hab ich weiter versucht, das Problem zu lösen, dabei unter anderem festgestellt, dass so manche Funktion mittlerweile über Nacht verschwunden sind und in meiner Verzweiflung – zum Glück nach einem Export meiner Daten – die Beiträge in einen Bereich bewegt, auf den ich zumindest kurzfristig Zugriff hatte.

Mittlerweile kann ich auch auf die Zugreifen und eigentlich wär alles gut – nur dass ich in besagtem Bereich nicht nach Veröffentlichungsdatum der Beiträge sortieren kann, was im Endeffekt bedeutet, dass meine Sortierung verloren gegangen und alles nur noch Kraut und Rüben ist. Oder anders gesagt: unbrauchbar.

Hallo FreshRSS!

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In meiner Wut hab ich dann Freitag doch noch mal nach Alternativen geschaut, am besten was zum selber hosten, denn klar ist mittlerweile auch: Wenn es dir wichtig ist und du kannst, solltest du jede Abhängigkeit minimieren. Tiny Tiny RSS ist da so ein Kandidat, wird aber nicht mehr wirklich weiterentwickelt. Und FreshRSS.

Hatte ich auch mal vor zwei Jahren ausprobiert, bin damit aber nicht wirklich warm geworden, unter anderem weil so manche Abläufe einfach anders sind und so ein Muskelgehirn sich nur schwer umstellen lässt. In der Zwischenzeit gab es aber das eine oder andere Update und ich gab dem Ding noch mal eine Chance.

Was soll ich sagen? Ich bin mehr als zufrieden. Die Einstellungen sind mittlerweile ausreichend flexibel für mich, ein zwei Stellen müssen einfach umtrainiert werden in meinem Kopf, aber es zeigt sich bereits, dass das recht okay ist. Eigentlich gibt es nur noch zwei Dinge, die mich stören:

  1. Abgespielte Videos stoppen nicht automatisch, wenn ich den nächsten Beitrag aufrufe, was im Endeffekt aber nur bedeutet, dass ich einmal mehr klicken muss
  2. Es gibt keine vernünftige App fürs iPhone, die auch Nutzung von Labels unterstützt

Mit KI und Co. dachte ich kurz, ob ich nicht einfach selbst was bauen sollte, aber jetzt auch noch eine App basteln ... das ist mir dann doch zu viel Aufwand. Stattdessen nutz ich die Seite einfach normal im Browser und scheine damit auch okay gut klarzukommen.

Letztendlich fehlt nur noch der Workflow für die Win-Compilation, aber die erste Recherche zeigt, dass das wohl recht leicht umzusetzen ist.

Fazit

Gelernt hab ich vermutlich vieles, auch wenn es mir noch schwerfällt, das in Worte zu fassen. Ich bin jedenfalls froh, aus der selbst gewählten Geiselhaft entkommen zu sein und dankbar, dass da jemand mit FreshRSS eine okaye Alternative erschaffen hat. Klar, auch hier gibt es eine gewisse Abhängigkeit, aber aktuell überwiegen die Vorteile dann doch erheblich. Das fängt bei den reduzierten Kosten an, jede Nacht läuft ein Backup meines Containers und die Anpassungsmöglichkeiten sind für mich aktuell absolut ausreichend. Eine App wäre schön, muss aber scheinbar nicht sein und das mit den nicht automatisch stoppenden Videos ... kriegt man vielleicht noch mit einer selbstgebastelten Erweiterung selbst gelöst.

Vielleicht ist das aber auch wieder ein Beispiel, dass der Schmerz erst groß genug werden muss, bis man sich nach besseren Alternativen umschaut – bisschen doof, dass das manchmal erst so lange dauern muss.

Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert.

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