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Gedanken-Tüdelüt (37): Männergrippe | Was is hier eigentlich los?
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Gedanken-Tüdelüt (37): Männergrippe

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Passend zu den kalten Temperaturen hat es natürlich auch mich wieder erwischt: Schnupfen, Husten, Heiserkeit und ein zermatschtes Gesicht, bei dem selbst Rocky Balboa im ersten Film mehr als neidisch werden kann.

Natürlich ist uns allen klar, dass so ein kleiner Schnupfen kein Weltuntergang ist – aber uns Männern sieht das aber mal vollkommen anders. Bringen wir bereits 100% an Leistung, bevor wir überhaupt aufgewacht sind, bremst so eine Erkältung nur unnötig aus und verhindert nicht nur unser ganzes Leistungspotential, sondern lässt uns insgesamt an Selbstbewusstsein verlieren. Sind wir sonst immer die strahlenden Helden, die am Ende des Tages von der Jagd nach Hause kommen und für das Überleben der ganzen Sippe sorgen, liegen wir nur noch in unserem eigenen Sud, ringen mit dem Tod und brauchen enorm viel Liebe und Pflege – wer hier spontan an diesen Beitrag denkt, liegt gar nicht so falsch. Männergrippen können ganze Zivilisationen auslöschen.

Was ich daran besonders absurd finde: der Tagesverlauf. Ich wache aktuell auf und will am liebsten direkt im Bett bleiben. Hab ich mich allerdings aufgerafft, Nasenspray und diverse andere lustige Medikamente genommen, bin ich den Tag über eigentlich einigermaßen konstant fit – um dann gegen 18 Uhr in totales Leiden und Dahinvegetieren zu verfallen. Natürlich ungewollt, denn wer hat schon Freude daran, zu leiden?

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Mindestens genauso absurd finde ich: wir können zwar auf den Mond fliegen, mittlerweile Supermärkte bauen, in denen man keine Kasse mehr braucht, Roboter bauen, die über Stock und Stein hüpfen wie ein junges Reh und eine Playstation produzieren, die mehr Power hat als mein Auto – aber eine simple Erkältung können wir nicht heilen. Symptome bekämpfen ja, aber das macht es nur unwesentlich besser.

Und dann sind da noch all diejenigen, die sich hinstellen und behaupten, wir Männer würden maßlos übertreiben. Als ob wir das jemals in der Geschichte der Menschheit getan hätten, also wirklich. Tun wir nicht!

Dass das tatsächlich stimmt, haben vor einiger Zeit endlich auch Wissenschaftler belegen können. Denn Forscher der John Hopkins Universität in Baltimore haben herausgefunden, dass das weibliche Östrogen vor Grippe schützt und antiviral gegen das Influenza-A-Virus wirkt.

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Der schlaue Fuchs würde nun sagen: na dann immer her mit dem Östrogen, kann ja nur helfen. Aber so einfach ist das leider dann doch nicht, denn die Forscher haben natürlich auch das getestet. Dabei haben sie Zellen der Nasenschleimhaut von gesunden Spendern genommen und Östrogen zugesetzt. Nach 24 Stunden kam dann die bereits erwähnte Influenza A hinzu und das ganze Konstrukt wurde 48 Stunden lang beobachtet.

Das Ergebnis: Östrogen kann durchaus die Viruslast enorm verringern – aber eben nur in weiblichen Zellen. Bei den männlichen Proben, ob nun mit oder ohne Östrogen, war die Viruslast deutlich höher. Was letztendlich bedeutet: wir müssen einfach mehr leiden, ob es uns nun passt oder nicht.

Somit haben wir alle zwar jetzt wieder was gelernt, wirklich gesünder macht mich das gerade aber nicht. Ich werd mich jetzt weiter an mein Testament setzen und ihr – habt einfach ein bisschen Nachsicht mit uns Männern. Wir leiden wirklich sehr.

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