Martin
Gedankentüdelüt (73): Die „Überraschung“ der AfD | Was is hier eigentlich los?
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Gedankentüdelüt (73): Die „Überraschung“ der AfD

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Da ist sie nun also vorbei, die große Bundestagswahl, die zumindest mir weit vor dem 24.09. tierisch auf die Nerven ging. Allein dieser ganze Plakatwahnsinn und die nervigen Spots in der Glotze – da wird man ja ganz bekloppt im Kopf, bei so viel durchgespültem Müll.

Das Ergebnis spricht für sich und natürlich ist es bezeichnend, dass dieser Naziverein von AfD – denn das sind sie nun mal – so dermaßen weit vorn liegt. Aber überraschend? Wer soll das denn glauben?

Zwei Sachen, die noch mehr als der gesamte Wahlkampf an sich und auch die Wahl selbst gingen mir am meisten auf die Nerven:

1. Diese ganzen Pseudoinfluencer, die gar nicht mehr aufhören konnten, alles und jeden zum Wählen aufzufordern. Na klar ist es wichtig und vielleicht auch sowas wie eine Pflicht – aber was für Freunde und Follower hat man sich denn da an Land gezogen, dass man denen auch noch sagen muss, dass sie gefälligst wählen gehen müssen (zumal von „müssen“ gar keine Rede sein kann – wer nicht wählen geht, ist halt dumm und wird schon sehen was er oder sie davon hat, aber dennoch kann von Zwang keine Rede sein). Irgendwer sprach gar davon, dass er jeglichen Respekt vor Menschen verliert, die nicht wählen gehen. Okay, ich verlier auch den Respekt vor Tanten, die den ganzen Tag von Emanzipation labern und bei jeder Gelegenheit ihre Hupen in die Kamera halten.

2. Die Pseudo-Überraschung, wie stark die AfD am Ende doch geworden ist. Wir haben doch alle im Internet lustige Witzchen gemacht oder ganz direkt gegen diese Nazi-Schergen gewettert – wie kann es da denn sein, dass die drittstärkste Kraft geworden sind? Das ist doch gar nicht möglich, wir sind doch alle so schlau und haben aus der Vergangenheit gelernt.

NEIN! Haben wir nicht. In unseren Filterbubbles hatten wir alle viel Spaß und haben uns gegenseitig die Argumente um die Ohren gehauen und gegenseitig bestätigt, wie dumm die doch sind und wie dumm doch alle sind, die sie wählen.

Und nun kommts: das haben „die Anderen“ genauso gemacht. Jeder für sich in seiner kleinen Filterblase. Was das im Ergebnis macht, haben wir am Sonntag gesehen.

Es reicht eben nicht, sich lustig in Jogginghose vor seinen Rechner zu setzen, lustige Bildchen zu malen, witzige GIFs bzw. Memes zu erstellen und super-eloquente Sprüche auf Twitter und Facebook abzulassen.

Wer wirklich etwas gegen die AfD hätte tun wollen, muss dahingehen, wo es weh tut. Die Diskussion suchen, auf die Straße gehen und sich intensiv mit dem ganzen Theater auseinandersetzen.

Ich weiß, schlaue Sprüche, die ich mit eigenem Handeln nicht untermauern kann. Will ich auch gar nicht, denn ich hoffe noch darauf, dass die AfD genau das macht, was sie in der Vergangenheit schon getan hat und was auch die Piraten mit großer Bravour geschafft haben: keine Ahnung von der Arbeit haben, daran elendig scheitern und am Ende einfach wieder in der Versenkung verschwinden.

Mit Frau Keptry ist der erste Schritt in die richtige Richtung getan.

Aber hört doch einfach auf, so zu tun, dass das alles überraschend kam. Tut es nicht, schon gar nicht zum ersten Mal in der Geschichte. Wer das glaubt, sollte vielleicht ganz schnell mal sein Internet ausknipsen und schauen, was außerhalb seiner 4 Wände wirklich passiert.

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