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Gedankentüdelüt (77): Die ersten Tage mit dem iPhone X | Was is hier eigentlich los?
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Gedankentüdelüt (77): Die ersten Tage mit dem iPhone X

Seit letzten Donnerstagabend bin ich nun auch endlich im Besitz eines neuen iPhones und habe mein altes 6er nur noch als Deko auf dem Schreibtisch liegen. Allein der Tag an dem es geliefert wurde war Aufregung pur. Ich hab den Vormittag im Homeoffice verbracht, in der stillen Hoffnung, dass dann der UPS-Mann mich auch mit Sicherheit antreffen wird. Die Minuten verstrichen und ich war schon am Aufbrechen, als endlich die Erlösung an der Tür klingelte.

Paket übergeben, aufgerissen, eingepackt und ab ins Büro – ich werd schon Zeit finden für die Einrichtung und das erste Kennenlernen. Nun, es kommt bekanntlich anders als man denkt und so musste ich doch bis Feierabend ausharren.

Für die Hater ist das neue Ding natürlich ein gefundenes Fressen: kein Homebutton, hässliche Notch am Bildschirmrand, Face-ID wird nie super funktionieren, dazu ein unverschämter Preis und überhaupt ist Apple doch seit dem Ableben von Steve Jobs nur noch ein Schatten seines früheren Daseins.

Warum aber nicht mal fernab von Verrissen oder den üblichen Testberichten selbst ein kleines Zwischenfazit von jemanden ziehen, der dem Ottonormalverbraucher am nächsten kommt?

Ich greif das Fazit auch direkt vorweg: ich mag mein neues iPhone. Sehr sogar. Die Haptik ist wunderbar (wobei ich es eigentlich durchgehend in meiner Schutzhülle (Partnerlink) habe) und spiegelt den unverschämt hohen Preis gut wieder. Oder anders ausgedrückt: man kann den Haufen Geld, den man dafür ausgegeben hat, fühlen.

Die Notch selbst stört mich eher weniger, denn sind wir mal ehrlich: ob ich da oben nun eine durchgehende Leiste hab oder nicht, spielt am Ende des Tages auch keine Rolle. Klar, hätte man auch lassen und so das Display wirklich durchgängig machen können – für mich ist das aber alles andere als kaufentscheidend und auch kein Punkt, der mich jeden Tag aufs Neue aufregt. Was natürlich nervt, sind die unangepassten Apps – hier aber auf Apple zu schimpfen, geht vermutlich am eigentlichen Kern vorbei, sind es doch die Entwickler, die für ihre Designs verantwortlich sind. Na klar, auch Apples eigene Apps sind noch nicht angepasst – aber auch das sind alles Dinge, die mit der Zeit kommen und zu verschmerzen sind. Dennoch doof, wenn wesentliche Bestandteile von Apps durch die Notch „überdeckt“ werden.

Face-ID liebe ich seit den ersten Minuten und funktioniert überraschend gut – lediglich mit vollem Mund oder beim Zähneputzen braucht es mal einen Anlauf mehr. Aber allein wenn ich 1Password öffne, ist es ungemein praktisch, einfach nur aufs Display zu gucken und schon springt das Ding auf. Von umständlichen in die Höhe-halten des Gerätes ebenfalls keine Spur – ich bin immer wieder überrascht, wann und wie gut es mich erkennt. Das fetzt einfach. Was war nochmal Touch-ID? Witzigerweise ertappe ich mich aber immer noch hin und wieder dabei, dass ich auf den unteren Teil des Bildschirms tippe, wo eigentlich der Homebutton sein müsste – es wird wohl noch ein bisschen dauern, bis ich mich da vollkommen dran gewöhnt hab.

Stattdessen wird das iPhone mit wesentlich mehr Gesten bedient, was den ersten Tag noch eine kleine Umgewöhnung war, aber mittlerweile sehr flüssig von der Hand geht. Überhaupt macht es mittlerweile mehr Spaß, durch wildes Wischen alles zu erreichen.

Zu der Kamera kann ich gar nicht viel sagen, ich war noch nie der große Smartphone-Knipser und mir ist es auch ehrlich egal, wie viele Megapixel da nun rumschwirren oder nicht. Line ist da schon ein anderes Kaliber und ihr Eindruck lässt sich auf einen Satz herunterbrechen: „Guck mal, wie geil das ist“. Scheint also wirklich gut zu sein und vielleicht mach ich damit dann doch mal ein paar mehr Bilder.

Das Display ist ein absoluter Traum und ich bin selbst jedes Mal begeistert, wie scharf alles dargestellt wird – selbst das Durcharbeiten des Instagram-Feeds ist noch mal ein größerer Genuss. Ich glaube, schärfer geht hier gar nicht mehr, die nächste Stufe würde vermutlich die Augen bluten lassen.

Bleibt noch der Preis. Über den darf man sich gern streiten, muss man aber nicht. Denn auch hier muss man ehrlich sein: wir sind alle erwachsen (zumindest vom Alter her) und können selbst bestimmen, wofür wir unser Geld ausgeben. Wem das iPhone X zu teuer ist, lässt es halt. Wer das Geld dafür ausgeben möchte – immer raus damit. Aber sich darüber aufregen? Wozu? Der Markt bestimmt den Preis und aktuell habe ich nicht den Eindruck, dass Apple hier den Bogen überspannt hätte. Nichtsdestotrotz: ein Haufen Geld ist es dennoch.

Keine Kritikpunkte?

Doch, auch die gibt es, denn kein Gerät ist wirklich perfekt. Vermutlich hab ich das Gerät noch nicht intensiv genutzt, um hier Einiges aufzählen zu können, sodass es aktuell nur zwei Punkte sind:

Das Schließen von Apps war mit dem 6er wesentlich einfacher. In den App-Switcher wechseln, App nach oben wischen und fertig. Das dauert nun wesentlich länger, da sich der App-Switcher nur durch längeres Halten aktivieren lässt, man anschließend länger auf die offenen Apps klicken muss und dann den darauffolgenden Schließen-Button betätigen muss. Ich weiß ja, dass Apple das Schließen von Apps ungern sieht – schließlich regelt iOS das im Grunde sehr gut – wenn mir aber permanent meine Blitzer-App mitteilt, dass es das GPS-Signal verloren und wiedergefunden hat, bleibt nur das Schließen der App.

Zweiter Punkt, der auch gar nicht direkt an Apple geht: es gibt Werbeeinblendungen in Apps (oder auch Videos), bei denen der Schließen-Button in der obersten, rechten Ecke hängt – mittlerweile so weit oben, dass er sich nicht bedienen lässt. Da bleibt nur das komplette Schließen und neu Öffnen der App – mit der Hoffnung, dass die Scheiße nicht wiederkommt.

Das wirkliche Fazit

Wie eingangs erwähnt, ich mag das Ding sehr gern. Der Preis ist eine gewaltige Ansage, aber hat man das iPhone X erstmal in der Hand und kann es sein eigen nennen, tut der finanzielle Verlust nicht mehr allzu sehr weh. Rein vom Gefühl her habe ich einen adäquaten Gegenwert bekommen, der mich aktuell noch sehr begeistert. Ich bin sicherlich nicht die erste Anlaufstelle für Smartphone-Beratung, allein schon weil ich auf Android nur sehr schwer klarkomme – aber für mich ist das neue iPhone X ein absolutes Top-Gerät. Wer das Geld dafür hat, kann ohne große Bedenken zuschlagen. Und der Rest ist einfach zufrieden mit dem, was er hat oder schaut sich alternative Modelle an.

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Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert.
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