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Gedanken-Tüdelüt (17): Bitte nicht anrufen | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Gedanken-Tüdelüt (17): Bitte nicht anrufen

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Wer schon des Öfteren mit mir zu tun hat, weiß auch: Telefonieren ist nicht wirklich mein Ding. So zumindest der oberflächliche Eindruck, dabei finde ich Telefonieren gar nicht so schlimm – es muss nur der Situation angebracht sein. Im Grunde gibt es das Gleiche Problem mit E-Mails, genauso mit irgendwelchen Messenger-Diensten. So geil mittlerweile die Kommunikationsmöglichkeiten im Jahr 2016 sind, es braucht einfach ein paar simple Regeln, damit wir alle auf vernünftige Weise kommunizieren können. Natürlich ist es sehr vermessen, wenn ich diese Regeln vorgebe und auf alle umlege, aber immerhin kann ich sie für mich selbst definieren – ist dann halt nur kacke für andere. Aber bis jetzt funktioniert es immerhin sehr gut (wobei ich natürlich nicht weiß, was mir schon alles entgangen ist).

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Einfach anrufen funktioniert nicht.

Es kann auch gar nicht funktionieren, denn für ein erfolgreiches, entspanntes Gespräch braucht es schließlich immer zwei Menschen, die gerade ausreichend Zeit und den Kopf frei haben, um die nächsten Minuten oder vielleicht auch Stunden miteinander zu quatschen. Trifft man sich mit anderen um zu Quatschen, ist klar, dass die nächste Zeit dafür geblockt ist – ruft jemand einfach bei mir an, kann er nicht wissen, was ich gerade mache, auf dem Tisch habe oder überhaupt Lust habe, mich gerade mit anderen auszutauschen.

Umgedreht ergibt sich sogar, dass der Gegenüber extrem egoistisch ist, glaubt er doch, dass gerade sein Anliegen wichtiger ist als alles, was ich gerade mache, lese oder schreibe. Und wie frech ist das bitte?

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Die Hälfte hab ich danach sowieso wieder vergessen.

Natürlich mach ich mir bei wichtigen Gesprächen nebenbei Notizen, aber wer schafft es denn bitte heute noch, während eines Gespräches selbiges nahezu komplett mitzuschreiben? Komplexe Themen oder auch größere Aufgaben sollten am besten einfach per E-Mail kommuniziert werden – allein schon, weil man dann einzelne Aspekte immer noch mal wieder nachlesen kann. Alternativ kann man natürlich auch einfach das Gespräch nebenbei aufzeichnen. Wie sich das allerdings anfühlt, kann sich jeder selbst vorstellen.

Das ist total unkommunikativ, du Arsch.

Kann man so sagen, ist aber dennoch falsch. Ich bin ein großer Fan von Kommunikation. Aber ich bin genauso ein großer Fan von Rücksicht und verlange diese auch für mich. Was spricht dagegen, dass man jemanden einfach eine E-Mail schreibt, die der andere genau dann lesen kann, wenn er Zeit dafür hat? Genau das Gleiche gilt für iMessage, Facebook, Twitter, Skype und wasweißichnichtnochalles? Info abliefern und einfach Warten, bis der andere dafür den Kopf frei hat.

Große, wichtige Themen sollten sowieso per E-Mail kommuniziert werden, allein um für eine spätere Retrospektive alles vernünftig wiederfinden zu können.

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Spießer. Aber wie kommuniziert man nun richtig?

Im Grunde ist es komplett einfach. Kommunikation am liebsten über Textform. Zunächst ist es vollkommen egal, ob über irgendwelche Messenger oder per E-Mail, wobei Ein-Satz-E-Mails durchaus diskussionswürdig sind. Es schreibt ja auch niemand einen Brief, um nur mal „Hallo“ zu sagen. Du willst trotzdem telefonieren? Dann lass uns einen Termin dafür absprechen, damit wir beide genug Freiraum dafür haben. Oder noch besser: lass doch einfach treffen? Dann sehen wir uns, interpretieren nicht irgendwas in irgendwelche Worte hinein und lernen uns gleich kennen.

Ich würd dann auch den Kaffee üerbnehmen. Okay?

PS: Wie vermessen es wäre, dass ich das alles von anderen verlange, hab ich bereits erwähnt. Für den Notfall hab ich dennoch die Mailbox aktiviert – sogar mit total toller Ansage. Nur ob ich dann auch wirklich zurückrufe, ist wieder eine andere Sache. Schließlich wär es ziemlich egoistisch, wenn ich einfach davon ausgehe, dass mein Anliegen gerade wichtiger ist, als alles andere.

Fandest du gut? Dann erzähl es weiter:

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  1. Ganz meine Denke. Ich hasse unnötige Telefonate. Klar, wenn etwas Komplexes schnell und direkt im Dialog besprechen werden soll – gerne. Dann macht man einen Termin aus, blockt etwas Zeit und fertig. Aber das „einfach mal anrufen“ nervt, vor allem, weil in 99% der Fälle auch alles eben per Mail machbar gewesen wäre. Habe daher auch vor Jahren meine Telefonnummer aus der Mail-Signatur, etc. geworfen, weil ich die nur noch für gezielte Telefonate rausrücke. Nervt!

    • Martin

      Hehe, dito – meine Nummer steht nur noch auf den Visitenkarten. Komplexe Dinge würd ich auch noch nicht mal am Telefon besprechen, sondern ebenfalls immer per Mail aufschreiben (gerade du kennst das ja bei Serverkram usw.), da dann der andere noch mal in Ruhe lesen kann.

      Telefon ist eher sowas für viele kleine Sachen, einfach Schnacken oder wenn es wirklich extrem dringend ist. Und gerade bei dem „dringend“ gibt es ja immer mehrere Sichtweisen. Am besten ist da wirklich einfach das Vorher-Absprechen. Zumal es ja wirklich mittlerweile tausendmillionenhundert andere Kommunikationsmöglichkeiten gibt.

      • „Komplex“ war vermutlich das falsche Wort, sagen wir lieber „vielschichtig“. Halt Abklärungsbedarf, der viel Hin und Her bedeutet, was bei Mails schon einmal lange dauern kann, obwohl nur kleinere Informationen sich bedingend ausgetauscht gehören. Dafür kann ich ein Telefonat schon verstehen, machen ja auch Telkos im seriesly AWESOME-Team und so.

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