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Gedankentüdelüt (91): Strohwitwer - Das Finale | Was is hier eigentlich los

Gedankentüdelüt (91): Strohwitwer - Das Finale

Gedankentüdelüt (91): Strohwitwer - Das Finale | Kolumne | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Seit ca. 2 Tagen ist Line nun wieder aus den Staaten zurück und meine Zeit als Strohwitwer damit vorbei – Zeit für ein Fazit der letzten zwei Wochen.

Wie anfangs erwähnt bestand mein Plan eigentlich darin, gerade die erste Woche komplett zu verwahrlosen. Ich wollte einen Bart, den ich mir zwei Mal um beide Beine wickeln konnte, einen Körpergeruch, mit dem man selbst das Finanzamt in die Flucht schlagen kann und die Wohnung sollte so aussehen, dass man irgendeine RTL-Sendung wiederbeleben muss, um sie gereinigt zu bekommen – inkl. Kernsanierung versteht sich.

Aber wie das im Leben so ist, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

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Damit mein Plan aufging, hab ich direkt nach Lines Abflug so dermaßen in die Tasten gehauen, dass mir die Finger jetzt noch weh tun – im übertragenen Sinne natürlich. Ich war die ersten 4 Tage mehr als rastlos und hab meine selbstgebastelte Todo-Liste bereits nach zwei Tagen zu 90% abgearbeitet – im Grunde ein fantastisches Gefühl, auch wenn ich abends mehr tot als lebend ins Bett gefallen bin. Aber es blieben ja noch mindestens die 5 Tage unter der Woche, die ich so richtig faul an mir vorbeiziehen lassen könnte.

Gut, der Montag begann unverschämt früh und endete viel zu spät, genau das gleiche galt für den Dienstag und bestimmt auch für den Mittwoch, denn an den kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern – die Woche insgesamt verlief aber so gar nicht nach meinem ursprünglichen Plan. Dafür sieht die Wohnung fantastisch aus.

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Die zweite Woche stand dann schon mehr im Zeichen der Normalität, denn ich musste wieder arbeiten. Und das war tatsächlich sehr angenehm, denn immer wenn mir irgendein Punkt noch nach Feierabend einfiel, konnte ich ihm direkt nachgehen – mit Line im Haus gibt es immer Ärger, wenn ich doch noch was für die Arbeit mache, wenn ich dafür eigentlich nicht mehr bezahlt werde.

Überhaupt war es allgemein sehr angenehm, dass ich mir in der zweiten Woche die Zeit so einteilen konnte, wie ich wollte – wenn man dann abends um 23 Uhr noch am Rechner sitzt, weil man direkt nach Feierabend ein bisschen faul auf der Couch lag, stört das auch keinen – außer den eigenen Schlafrhythmus. Und der kam – auch dank der ersten Woche und der Zeitumstellung – dann doch ziemlich durcheinander. Zumindest ist mir heute aufgefallen, dass ich wieder deutlich besser aus dem Bett gekommen bin, was aber auch daran liegt, dass ich nicht mehr alleine im Bett liegen muss.

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Dennoch muss ich nach den zwei Wochen sagen, dass ich heilfroh bin, dass sie wieder da ist und das nicht nur aus puren Emotionsgründen, sondern auch aus praktischen Punkten. So ein Haushalt komplett allein mit Angestelltendasein und Bloggerei – da bleibt nicht wirklich viel Freizeit über. Zumindest kann ich mich an keinen Tag erinnern, an dem ich nicht doch irgendwas gemacht hab, weil ich es mehr oder weniger machen musste.

Und auch nahrungstechnisch waren die letzten 14 Tage recht einseitig, ich muss ja beinahe sagen, dass ich Pizza und Co. nicht mehr sehen kann. Aber auch wirklich nur beinahe. Dazu kommt natürlich der fehlenden menschliche Austausch, zum Beispiel nach der Arbeit, bei dem man einfach mal den aufgestauten Frust vom Tag rauslassen kann oder überhaupt das Dasein eines anderen Menschen, der ein bisschen durch die Wohnung wuselt.

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Als Fazit kann ich jedenfalls nur sagen: die zwei Wochen waren nicht verkehrt, auch wenn sie deutlich anders verliefen als geplant. Aber mindestens um mal wieder festzustellen, wie sehr wir uns doch mögen und brauchen – sowohl emotional als auch aus praktischen Gesichtspunkten – war das ganz gut.

Die nächsten zwei Wochen dieser Art können von mir aus aber erstmal ein bisschen auf sich warten lassen.

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Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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