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Trailer: Die Verlegerin | Was is hier eigentlich los
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Trailer: Die Verlegerin

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Jeder, der mich kennt, weiß direkt, dass ich mit Dramen nur bedingt viel anfangen kann. Wenn ich einen Film sehen will, dann sollte er mich unterhalten, faszinieren, vielleicht auch belustigen - bei Dramen bleibt meist aber eher ein schlechtes, unwohles Gefühl zurück (außer es gibt ein Happy End). Und deswegen hab ich Die Verlegerin anfangs auch recht stark ignoriert, zumindest solange, bis ich von den Hintergründen des Films erfahren hab - denn die sind mehr als spannend und kommen einem Thriller sehr viel näher als einem Drama.

Wer sich mit dem Film noch so gar nicht beschäftigt hat, dem sei direkt am Anfang mitgegeben: es geht um die Enthüllung der Pentagon Papers. Kennen vermutlich nur die Wenigsten, verwundert aber auch nicht, spielt das ganze Geschehen doch in den 70er Jahren und damit in einer Ära, die man eher selten auf der Leinwand antrifft.

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Hinter den Pentagon Papers verbirgt sich ein Bericht, der 1967 auf Anweisung des Verteidigungsministers Robert McNamara erstellt wurde - 7.000 Seiten, in denen recht detailliert aufgeschlüsselt wurde, wie die amerikanische Regierung verteilt über die Amtszeit von 4 Präsidenten die Öffentlichkeit in Bezug auf den Vietnamkrieg täuschten, die militärischen und geheimdienstlichen Aktivitäten ausweiteten - während sie zu Hause beteuerten, alles in ihrer Macht stehende für den Frieden zu tun - und dabei auch nicht vor gezielten Attentaten, Missachtung der Genfer Konvention und Lügen vor dem Parlament zurückschreckten.

Genau dieser Bericht ist einige Jahre später der Presse zugespielt worden, zunächst der New York Times, die darüber natürlich berichteten. Und wie das mit dem Erzählen der Wahrheit so ist: es gibt immer einen, der das so gar nicht super findet und alles daransetzt, dass sie dortbleibt, wo sie vorher war - im Verborgenen. Nun, dieser einer war damals das Weiße Haus, das schlussendlich durch eine einstweilige Verfügung dafür sorgte, dass die New York Times mit der Berichterstattung aufhören musste.

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Und genau an dieser Stelle kommt die Washington Post mit Verlegerin Katharine Graham und Chefredakteur Ben Bradlee ins Spiel, die als kleines Lokalblatt der großen New York Times pragmatisch zur Seite sprangen und ein Bündnis eingehen.

Der Film beleuchtet dabei nicht nur die Geschehnisse an sich, sondern auch, was es für Journalisten und Co. bedeutet, sich mit dem Staatsapparat anzulegen - für die einen gilt es als Hochverrat, für die anderen ist es schlichtweg die Pflicht der Presse, regulierend auf die Regierung einzuwirken, in dem sie der Öffentlichkeit die Wahrheit zuführt:

Das gewinnt natürlich noch mal mehr an Bedeutung, wenn man nicht nur an die Geschehnisse um Edward Snowden denkt, sondern auch - deutlich aktueller - an Deniz Yücel, der zum Glück mittlerweile wieder auf freiem Fuß ist, aber bis heute nicht weiß, warum er ins Gefängnis kam (und absurderweise auch nicht, warum er wieder draußen ist) sowie die zahlreichen weiteren Journalisten in der Türkei. Yücel selbst wurde sogar mehrfach festgenommen, erstmalig im Juni 2015 - offiziell zur Personalienfeststellung, ein Schelm sei aber der, der denkt, dass seine zuvor geäußerten, kritischen Fragen auf einer Pressekonferenz damit etwas zu tun haben könnten.

Die zweite Festnahme geschah dann Anfang 2017, als das Hacker-Kollektiv RedHack sich Zugang zu E.Mail eines Regierungsmitgliedes verschaffte und besagte Mails unter anderem an Wikileaks weitergereicht wurden. Yücel hatte auch dazu zwei Artikel für die Welt geschrieben, was dann schlussendlich als Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung interpretiert wurde, außerdem wurde ihm Datenmissbrauch und Terrorpropagande vorgeworfen - und das alles letztendlich nur, weil er seinen Job gemacht und über die Geschehnisse berichtet hat. Sicher, die Türkei ist noch mal ein ganz anderes Kaliber, aber die Geschichte zeigt damit einmal mehr, dass Pressefreiheit ein hart umkämpftes Privileg ist und in Teilen der Welt quasi nicht existent ist - auch wenn es zumindest in der Theorie niedergeschrieben steht. Denn nicht von der Hand zu weisen ist: schlechte Berichterstattung mag niemand, der darin im Mittelpunkt steht, sei es nun Recep Tyyip Erdogan, der eine oder anderen Geheimdienst oder gar Donald Trump selbst. Wer hier für die Veröffentlichung sorgen kann, muss sich einfach des leider vorhandenen Risikos bewusst sein.

Also ein Thema, dass nicht nur damals sondern auch heute deutlich Brisanz aufweist und da verwundert es auch nicht, dass sich Regisseur Steven Spielberg auf einen hochkarätigen Cast setzt.

So sind unter anderem Meryl Streep, Tom Hanks, Sarah Paulson, Bob Odenkirk, Tracy Letts, Bradley Whitford, Bruce Greenwood und Matthew Rhys mit dabei.

Kinostart ist aktuell der 22.02.2018.

Und womöglich wird das seit langem mal wieder ein Drama, für das ich tatsächlich ins Kino gehe. Mehr Infos zum Film gibt es an dieser Stelle.

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[mit freundlicher Unterstützung von Universal Pictures]

Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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