Martin
wihel on Tour (02): Hurricane 2017 | Was is hier eigentlich los? | wihel.de
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wihel on Tour (02): Hurricane 2017

Es ist jetzt genau 01:22 Uhr und ich kann endlich den Beitrag für das anfangen, womit sich auch schon zeigt, dass es dieses Jahr unter keinem guten Omen stand. Das ging bereits im Vorfeld los, als bekannt wurde, dass es neue Regeln in Sachen Taschen und Rucksäcke gibt – ich hab mich an dieser Stelle bereits darüber ausgelassen. Entscheidungen, die man nur bedingt verstehen kann, aber letztendlich akzeptieren muss. Und wie sollte es anders sein? Am Ende war es dann doch alles gar nicht so schlimm.

Direkt am Tag davor stellte sich dann doch noch sowas wie Vorfreude ein, denn irgendwie ist mir total entgangen, dass ja auch noch spielen sollte – ein Act, den ich doch noch unter allen Umständen sehen wollte. Vielleicht ist diese leicht negative Stimmung aber auch einfach nur der fehlenden Zeit geschuldet, die wir dieses Jahr im Vorfeld hatten. Immerhin haben wir das erste Mal am Mittwochabend einen Blick auf das Line-Up werfen können. Und ich kann da für mich sagen: vieles, was man durchaus sehen kann, aber nicht muss – das war letztes Jahr mit Tom Odell bei Line und natürlich Mumford & Sons bei mir noch deutlich anders. Ich hätte mein linkes Bein dafür gegeben, um die Jungs sehen zu können. Mit Louis Berry ist immerhin ein adäquater Ersatz in Aussicht.

Der Blogger-Roadtrip

Im Vordergrund stand aber zunächst die Anreise. Erneut ging es mit dem Firestone-Bulli Richtung Scheeßel, dieses Mal deutlich entspannter von Hamburg aus.
Zusammen mit Maik von Langweiledich.net, Marius von Mit Vergnügen und Lina Mallon fuhr Line im stylisch präparierten Bulli los – Maiks Lieblingsmädchen und ich mit unserem Auto hinterher. Still und heimlich muss ich ja sagen: unsere Fahrt war dank Federung, Klimaanlage und freier Musikwahl bestimmt bequemer und doch bin ich schon ein bisschen neidisch, nicht bei den anderen mitgefahren zu sein.

Dieses Mal haben wir es auch geschafft, die Kolonne zusammen zu halten – trotz dann doch sehr überraschender Ausfahrt zur ersten Foto-Location – was für die Stimmung schon mal besser war und wir so noch ein Brötchen abstauben konnten. Darüber hinaus bewies Lina Stuntfrau-Qualitäten, als es für das perfekte Foto ein paar Meter mit offener Kofferraumklappe – und Frau Mallon im Kofferraum sitzend – über die Straße ging. Immer diese Blogger und ihr Fotowahnsinn …

Der 1. Festival-Tag

Angekommen im Hotel hatten wir ein bisschen Zeit zum Ausruhen und die erste Überraschung: die Jungs und Mädels von Firestone, die uns wieder eingeladen haben, waren mindestens genauso gut vorbereitet wie wir. So gab es natürlich den obligatorischen Firestone-Hut und Bluetooth-Lautsprecher, aber eben auch Firestone-Sonnencreme und einen Regenponcho, der bis zu den Füßen reichte. Fand ich persönlich mega großartig, zumal sogar noch Gummistiefel für die ganz unerfahrenen Teilnehmer parat standen. Vorbereitung ist eben alles.

Danach ging es dann endlich Richtung Festival-Gelände und eigentlich auch direkt zu Louis Berry. Das Timing war perfekt, lediglich den Besuch am Merch-Stand hätten wir verschieben müssen, aber das Schicksal sollte nicht auf unserer Seite sein. Zeigte sich bereits beim Betreten des Busses, denn des Busfahrers Lieblingsmusik war Scooter.

Keine Ahnung, wer auf die Idee kam zu fragen, dass die Musik lauter muss – aber bis auf eine Person bereuten wir die Bitte nach den ersten 3 Minuten. Scooter ey … kann es schlimmer kommen?

Ja, kann es, denn die Route sollte uns auf die falsche Seite des Geländes führen, womit wiederum die Polizei mit ihrer Absperrung ein Problem hatte. Also hieß es umdrehen, weiterfahren und die Zeit verstreichen lassen. Louis Berry konnte ich mir abschminken und damit leider auch mein persönliches Highlight. Vielleicht bleibt das Wetter ja gut.

Endlich am Gelände angekommen, haben wir also unsere erste Runde gedreht, die abwechslungsreiche Verpflegungslage gecheckt und sind dann doch direkt zum Merch-Stand – Taschengeld auf den Kopf knallen. Ein T-Shirt und ein Pulli sind für mich rausgesprungen, Line wollte allerdings nichts. So ist sie eben, mein wohlerzogenes und bescheidenes Mäuschen – dabei war ich doch in Geberlaune um den verpassten Act mit gekauften Glücksgefühlen vergessen zu machen.

Hier wär natürlich ein Rucksack richtig gut gewesen, aber wie gesagt – so schlimm war das gar nicht. Gürteltasche hatte ich umgeschnallt, den Pullover von zu Hause um die Hüften gebunden, sodass ich das neu erworbene T-Shirt direkt über mein bereits Angezogenes zog und den neuen Pulli einfach zwischen Gürteltasche und Hose klemmen konnte. Ich kam mir vor wie ein Cowboy und das Kind in mir jubilierte. Die Hände waren trotzdem frei – so konnte man es aushalten. (Verdammt, zu früh gemeckert!)

Frank Turner spielte parallel und gleich um die Ecke, sodass wir ihm bis zum Ende lauschten – war nicht die verkehrteste Entscheidung. Anschließend ging es Boy. Für mich nicht als so spannend gehalten, aber wenn die eigene Freundin sie unbedingt sehen will, geht man eben mit – war dann doch überraschend gut und das Wetter hielt.

Danach wurde es Zeit, Nahrung aufzunehmen und ich hab mich von Line zu Pommes bequatschen lassen. Dann aber wenigstens welche, die ich mag – Pulled Pork musste mit rein. War überraschend lecker und so lauschten wir Milky Chance im Sitzen und anschließend auch SDP. Milky Chance war gerade zum Durchschnaufen optimal geeignet, SDP leider so gar nicht unser Fall, wobei sie gerade beim „noch mal nachhören“ deutlich mehr gefallen. Wer weiß, was da in Scheeßel falsch bei uns lief.

Anschließend ging es auch schon ins Hotel zurück – die Fahrt hat geschlaucht, die arbeitsintensive Woche bis dahin sowieso und wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten. Lieber den nächsten Tag voll in Angriff nehmen und durchstarten, als auf dem Zahnfleisch kriechend zu leiden.

Der 2. Festival-Tag

Die Nacht war so lala, was unter anderem am ungewohnten Bett lag, außerdem hatten wir getrennte Betten mit einer Nachttischvorrichtung, die sich nicht umgehen ließ. Viel schlimmer war allerdings, dass das Zimmer gefühlt 50°C beim Betreten am Vortag hatte und auch unsere Lüftaktion nicht wirklich viel brachte. Knappe 8 Stunden Schlaf haben wir aber doch noch bekommen, außerdem wartete ein ausgiebiges Frühstück auf uns – wer will denn da noch meckern?

Außerdem war bis zur Abfahrt noch ein bisschen Zeit, die ich mit Feeds verbrachte, Line mit Youtube-Videos – Entspannung pur.

Wieder angekommen ging es nun endlich zum Firestone-Stand. Viel verändert hat sich zum letzten Jahr nicht, sodass natürlich auch wieder das präparierte Car-Aoke anzutreffen war. Ein Bulli, in dem jeder, der Bock hat, Karaoke singen und ein paar Preise abstauben konnte. Neu war zudem ein Raddreh-Automat, bei dem es ebenfalls Preise zu gewinnen gab. Bisschen mehr Entertainment ohne zu sehr vom Festival abzulenken – das mochte ich auf Anhieb (und schielte mit bösem Blick zum H&M-Stand nebenan – es gibt echt Leute, die dort Klamotten kaufen … auf ‘nem Festival ….)

Außerdem haben wir noch Infos zu Firestone bekommen, denn die Frage drängte sich geradezu auf: Reifen? Festivals? Wo soll da die Verbindung sein? Ganz einfach: Firestone veranstaltet die „Firestone Music Tour“ und hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, neue Künstler und Bands ein bisschen mehr in den Vordergrund zu stellen, was natürlich noch besser klappt, wenn man das eine oder andere Festival gleich unterstützt. Und wenn man dann noch tolle Blogger aus Hamburg (okay und anderen Städten) einlädt, macht man sowieso nichts verkehrt.

Noch ein paar Fotos mit dem Fotografen gemacht und schon stand den nächsten Auftritten nichts mehr im Weg.

Etwas gehetzt sind wir zu , die ich optisch anders in Erinnerung hatte, aber stimmgewaltig nicht nur nicht enttäuschten, sondern richtig beeindruckten. Weiß der Geier, warum sie zur undankbaren Nachmittagszeit spielten. Wir blieben direkt an der Blue Stage, denn es folgte – wieder so ein Line-Highlight. Entspannte Musik, die auch noch die Sonne hervorlocken konnte, denn das Wetter zeigte sich an diesem Tag von seiner Hurricane-Seite. Regen, Wind und Hurricane – das passt einfach zusammen.

Da sich Passenger und überschnitten und wir sowieso nichts Besseres zu tun hatten (außer essen natürlich) haben wir da noch den Rest mitgenommen – hatte ich ebenfalls anders und deutlich besser in Erinnerung. Es muss dieses Alter sein, dass uns alle jagt und mit falschen Erinnerungen malträtiert. Sie spielten aber noch The Middle und ich war wieder besänftigt.

Danach folgte ein größeres Loch, bis es weiter zu ging – endlich Zeit zum Futtern. Ich konnt mich gar nicht entscheiden, ob ich nun einen Elch-Burger nehmen sollte, einen frittierten Schokoriegel, Lachsdöner oder doch einen Burger. Am Ende ist es ein ganz normaler Pulled Pork Burger geworden, der immerhin in Rekordzeit fertig wurde – aber mit „hab was Neues ausprobiert, war der Wahnsinn“ kann ich so natürlich nicht in der Clique angeben.

Lorde war für mich tatsächlich der Tiefpunkt. Ich versteh bis heute nicht, warum die Leute sie so feiern. Der zwischenzeitliche Smalltalk brachte zwar ans Licht, dass wir alle beautiful sind, ein Herzchen nach dem anderen verdienen und sowieso alles ganz wunderbar ist – musikalisch hat mich das leider aber gar nicht überzeugt. Wenn sie wenigstens mal den Refrain allein gesungen hätte… (Anm. der Redaktion aka Line: Lorde war großartig, da kann der Mann sagen, was er will!)

Irgendwie haben wir irgendwo auch noch Heisskalt gesehen, die ich im Nachhinein aber gar nicht mehr auf dem Programmplan finden kann. Hatte ich vom Namen schon mal gehört, konnte sie aber musikalisch nicht zuordnen – war aber ziemlich gut. Wie im letzten Jahr eine dieser unbekannten Überraschungen, die das Herz höher schlagen lässt.

Es folgte Joris, den ebenfalls Line lieber sehen wollte als ich und der mir ebenfalls zeigte: ich sollte nicht so voreingenommen sein. Das Gelaber zwischen den Songs fand ich ein bisschen drüber, aber der Junge hat ordentlich gerockt (lässt man mal den Reggae-Ausflug beiseite) und mir tatsächlich Spaß gemacht.

Maximo Park stand noch auf dem Plan, die wir aber nicht mehr bis zum Ende verfolgten. Das Wetter und die dann doch lange Zeit an der frischen Luft haben ihren Tribut verlangt, sodass wir gegen halb 11 wieder zurück zum Hotel sind. Da war es ja sowieso viel wärmer als draußen, was vielleicht der geheime Masterplan war: durchgefrorene Festival-Gänger wieder auf Betriebstemperatur bringen. Diese Schlingel.

Der 3. Festival-Tag

Fand so für uns gar nicht mehr statt.

– Ende –

Okay, das wär dann doch recht abrupt. Wir hatten aber bereits im Vorfeld geplant, den Sonntag eher mit Heimreise und Erholung zu verbringen, schließlich stand Montag wieder Arbeit an. Dafür haben wir unfassbar lange gefrühstückt, in Ruhe gepackt und entspannt die Heimreise angetreten. Zum 6. Mal ging es am Heidepark Soltau vorbei, ohne dass wir ihn besucht haben und waren dann doch einigermaßen frisch am Nachmittag wieder zu Hause.

Im Nachhinein dann aber doch irgendwie doof, denn ausgerechnet am Sonntag hätte ich mir gern alle Bands angesehen.

Fazit

Das Hurricane lässt sich dieses Jahr irgendwie nur sehr schwer einordnen. Die Taschenverordnung hat anfänglich gedrückt, dann kam die Vorfreude auf Louis Berry und die Enttäuschung durchs Verpassen. Aber Scheeßel konnte auch mit einigen Überraschungen aufwarten, vielen Bestätigungen und einem deutlich besseren Wetter als letztes Jahr. Mit all den Eindrücken, die sich so langsam legen, muss ich aber sagen: ja, das hat auch dieses Jahr wieder Spaß gemacht. Die Aufregung und Unerfahrenheit beim ersten Mal sind verflogen, dafür sowas wie Routine und Gelassenheit hinzugekommen.

Mein Highlight war dieses Jahr tatsächlich die top Vorbereitung von Firestone, sodass ich nicht nur sagen muss: vielen, vielen Dank für die erneute Einladung, sondern auch Kompliment, wie ihr das alles gewuppt habt und trotzdem auf die kleinen Sonderwünsche und Fragen, die wir zwischendurch hatten, reagiert habt.

Line und ich freuen uns jedenfalls ein bisschen aufs nächste Jahr, wenn wir wieder heimlich fiebern und hoffen, dass da vielleicht doch eine Einladung ins Postfach trudelt.

One more thing

Natürlich hab ich auch zu diesem Ausflug wieder versucht, ein kleines Video aus unseren Instagram-Stories zu schneiden. Zeitlich bedingt mit der heißen Nadel gestrickt war ich beim Klick auf den Render-Button voller Hoffnung, dass der erste Schuss sitzt – und natürlich ging das in die Hose. Der zweite Teil ist ziemlich verruckelt, was ich anfänglich einfach auf Premiere geschoben hab. Wir nach dem Rendern schon passen, dachte ich. Wie sich aber herausstellt, war bereits das Quellvideo versaut.

Könnte man neu machen, wenn da nicht schon die zahlreichen Schnitte wären. Somit bleibt mir nur zu sagen: es ist verdammt spät, ich will endlich ins Bett – nehmen wir das einfach mal als „gewollt und nur bedingt gekonnt“ hin, okay?

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