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Gedanken-Tüdelüt (60): Hurricane – Die Vorfreude sinkt bereits im Vorfeld | Was is hier eigentlich los?
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Gedanken-Tüdelüt (60): Hurricane – Die Vorfreude sinkt bereits im Vorfeld

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Ich hatte es in der Wochenzusammenfassung schon kurz erwähnt: dieses Jahr geht wieder aufs Hurricane. Auf Einladung, das kann man ja ruhig mal sagen, denn wir sind einfach zu alt für die ganze Organisation und Zelten usw. Und irgendwie auch zu faul, das kann man auch ruhig mal sagen.

Eigentlich freuen wir uns drauf, denn auch wenn es letztes Jahr ein bisschen mehr als weniger ins Wasser gefallen und ich seit langem mal wieder sowas wie Langeweile empfunden hab – wir haben das Beste draus gemacht und hatten trotzdem viel Spaß.

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Endlich mal wieder zahlreiche Bands, die man mittlerweile nur noch von Spotify kennt, live sehen – dazu jede Menge verrückter Menschen und einfach ein paar Tage in eine andere Welt eintauchen, in der nichts zählt, außer Musik, gutes Wetter und was wir denn als nächstes Essen.

Da stört es sogar mich recht wenig, dass ich nicht so richtig produktiv sein kann und selbst der Gedanke, dass ich beinahe den ganzen Tag auf den Beinen bin, schreckt nicht wirklich ab.
Und doch ist die Freude auf das anstehende Highlight im Vorfeld getrübt, denn dieses Jahr gibt es verschärftere Regeln fürs Festival-Gelände.

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Unter anderem ist es verboten, (alkoholfreie) Getränke mit aufs Gelände zu nehmen. Kann man noch einigermaßen verstehen, im Flugzeug wird es nicht viel anders gehandhabt. Allerdings sind wir nicht im Flieger, sondern verbringen da gut und gerne 2-3 Tage – ohne großartigen Sonnenschutz und mit etwas Glück bei knallendem Sonnenschein. Ich bin nun kein studierter Biologe, behaupte aber: Flüssigkeitsaufnahme ist da nicht ganz unwichtig.

Klar, kann man sich jederzeit kaufen. Zur Wahl steht ein Pfandbecher für 2€ (ja, ich hab wirklich Becher gesagt. Was passt da rein? 0,33l?) oder ein Tetra-Pak für 1€ – mit stolzen 0,5 Liter Wasser. Dass man damit kaum über die nächste Stunde kommt, muss ich wohl niemandem sagen.
Natürlich gibt es auch Trinkwasserstellen, an denen man seinen tollen Pfandbecher oder das Tetra-Pak kostenlos auffüllen kann – aber mal ehrlich: will man aufs Festival und was sehen oder den Tag wie ein Gnu an neben dem Wasserhahn sitzend verbringen?

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Was mich aber viel mehr wütend traurig macht: Taschen.

Auch die sind dieses Jahr mehr oder weniger verboten, lediglich Bauchtaschen (im Osten nannte man sowas Gürteltaschen) und Brustbeutel in A5-Format sind erlaubt. Und genau hier wird es kritisch, denn jeder, der auf einem Festival war, weiß auch: das eine oder andere muss man einfach dabeihaben.

Geld ist nie verkehrt, aber auch Sonnencreme kann nicht schaden, genauso wie Desinfektionsmittel. Dazu vielleicht noch irgendeinen Regenschutz, bisschen was zu essen (kann man natürlich kaufen, aber ´ne Stunde anstehen um dann ein halbes Vermögen zu blechen, hilft halt auch nur bedingt dem Kreislauf) und natürlich kommt ein Akku-Pack fürs Smartphone oder gar eine Kamera immer gut in der Clique an.

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Doch daraus wird dieses Jahr wahrscheinlich nichts. Kamera in der Brusttasche sähe zwar sicher witzig aus, dürfte aber an den physikalischen Gesetzen scheitern und ich befürchte gar, dass selbst ein Akku-Pack draußen bleiben muss – könnte ja ein potentielles Wurfgeschoss sein. Wir wissen schließlich alle: was sonst soll man nehmen, als Geräte ab einem Wert von 50€ aufwärts?

Sicher, jammern auf hohem Niveau, aber das löst tatsächlich logistische Probleme aus. Bedenkt man nur mal das Wetter, bei dem man eigentlich auf alles vorbereitet sein muss. Cool ist: Gummistiefel und Regencape in den Rucksack, vielleicht auch noch eine lange Hose – der Tag wird super.

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Dieses Jahr heißt es aber: entscheide dich, was du anziehst. Willst du den Hitzetod sterben, weil du Gummistiefel und lange Hose bereits anziehst – oder langsam von der Männergrippe dahingerafft werden, weil du mit tollem Wetter gerechnet hast, es aber so wird wie letztes Jahr? Und die Klamotten, die du anhattest, kannste natürlich auch direkt verbrennen.

Mich nervt das.

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Und der Grund dafür? Unter anderem die Vorkommnisse bei Rock am Ring, bei denen man mittlerweile weiß, dass sie hauptsächlich wegen der falschen Schreibweise von Namen ausgelöst wurden … Falsche. Schreibweise.
Ich versteh natürlich, dass Sicherheit oberstes Gebot sein muss, keine Frage. Aber heißt es nicht immer, dass wir uns durch all den Scheiß nicht unterkriegen lassen sollen? Aufrecht stehen und Haltung bewahren?

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Durch überzogene Verbote gelingt das sicher nicht, schon gar nicht, wenn sie den Spaß von vornherein einschränken. Ich würde sogar so weit gehen, dass da wirtschaftliche Interessen durchaus auch eine Rolle gespielt haben. Gleichzeitig nimmt man durch die Getränkeregelung eine erhöhte Dehydrierung der Besucher in Kauf. Sind aber vielleicht auch nur Aluhutgedanken, getrieben durch die Enttäuschung.

Vielleicht wird aber auch alles total gut. Vielleicht werden wir dennoch richtig viel Spaß haben, vielleicht ist das von mir gemalte Szenario auch einfach nur das letzte Lebenszeichen meiner vom Fernsehen verstümmelten Fantasie.

Aber einfach macht man es uns dieses Jahr nicht gerade.

Über Martin

Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert.
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  1. Das gleiche Problem hab ich morgen (heute) bei Guns N‘ Roses in Hannover. Nur Gürteltasche (so sagten wir früher im Kölner Umland auch), die ich jetzt extra gekauft habe. Keine Kameras. Powerbank? Ich versuche es mal mit ner kleinen, sonst reicht es nicht. Keine Getränke. Wir erwarten 30+ Grad, man soll bitte frühzeitig anreisen (15:30 Einlass) und dann bis 19/20 Uhr in der Hitze warten. Bin mal gespannt, wie gut das auf dem Messegelände mit 80.000 Fans organisiert ist. Aber die Vorfreude sinkt, ja!

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  2. Und, war es so lebensgefährlich, wie ich es mir vorstelle? Oder hast du all dein Vermögen nebst Altersvorsorge für eine Pfütze Wasser ausgeben müssen?

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  3. Das Problem mit der Kamera im Brustbeutel erübrigt sich doch: Kameras sind auch nicht erlaubt. :( Aber diese Sicherheitsbestimmungen sind wirklich zum Abkotzen. Das ist ja schlimmer als am Flughafen (Flüssigkeiten max. 2x 100ml pro Person, „ein Lunchpaket pro Person für den eigenen Verzehr“ – WTF?!). In diese Beutelchen passt doch eh nix rein.

    Gerade für alte Säcke wie uns, die nicht ihr Lagerzelt nebenan haben, dürfte das eine Herausforderung werden.

    • Martin

      Stimmt, der Flughafenvergleich fiel mir heute dann auch endlich ein. Hauptsache eine menschheitvernichtende Atombombe wird harmlos, weil man sie in einen Plastikbeutel packt … Ich bin mir gerade nicht sicher, aber meine, wir hatten letztens eine Kamera dabei – da galt noch, dass man nur die Künstler nicht fotografieren solle. Es ist alles einfach nur dumm. Und das Wetter scheint auch wieder mit von der Partie zu sein

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