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Gedankentüdelüt (70): Instagram – der Wahnsinn geht weiter | Was is hier eigentlich los?
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Gedankentüdelüt (70): Instagram – der Wahnsinn geht weiter

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Instagram ist offenbar das neue Youtube – hat man sich bis vor wenigen Wochen noch über all die zahlreichen Hampelmänner vor ihren Webcams aufgeregt, ist nun Instagram die große Sau, die durchs Dorf getrieben wird.

Leider aber auch zu Recht, ich hatte mich dazu bereits letzte Woche ausgelassen. Fairerweise muss man aber sagen: nicht das Netzwerk ist das Problem (wobei es hier auch genug Baustellen gibt – offenbar erlebt Instagram wieder eine Bot-Welle. Zumindest mir folgen seit gestern überraschenderweise zahlreiche russische Accounts – sieht zwar für die Zahlen schön aus, weiß trotzdem keiner, was die wollen).

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Das Problem sind (wie so oft) die User. Gib ihnen ein Spielzeug und du kannst dir sicher sein, dass sie damit Schindluder treiben. Wenn man so will, mal wieder ein Spiegel der gesamten Menschheit.

Gestern jedenfalls hab ich durch Xing bzw. Gründerszene mal wieder einen Artikel dazu gelesen, obwohl ich mir große Mühe gebe, so wenig wie möglich damit in Kontakt zu kommen. Denn letztendlich bin ich in erster Linie Endnutzer – ich will Bildchen sehen, hier und da einen Like dalassen und an besonders guten Tagen springt auch mal ein Kommentar raus.

Für einige ist Instagram aber weitaus mehr und damit mein ich nicht die „perfekte Plattform zur Selbstdarstellung“ – manch einer verdient mit Instagram gar sein Lebensunterhalt. Auch nicht weiter verwerflich, es muss ja ohnehin jeder sehen, wo er bleibt. Wenn das mit einer Social Platform funktioniert, wunderbar.

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In dem Beitrag ging es aber darum, wie viel die großen Stars und Sternchen mit einem Bild mal eben verdienen. Und genau diese Summen sind für mich alles andere als zu rechtfertigen:

Bibis Beauty Palace (oder wie man sie auch schreiben mag) kann laut Beitrag für ein Bild die Hand aufhalten und bekommt schmale 22.500€ reingedrückt. Dagibee knappe 21.000€, julienco_ (noch nie von gehört) immerhin noch 17.000€. Mit. Einem. Bild.

Das in Verbindung mit den üblichen Nonsens-Content, den man auf diesen Accounts findet – wie setzen sich solche Summen zusammen. Oder anders gefragt: welcher Marketingverantwortliche kann denn wirklich ruhigen Gewissens sagen, dass diese Summe gut investiert – ja vielleicht sogar refinanziert – ist?

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Wenn ich so überlege, welche Preise ich für Advertorials aufrufe, das ist einigermaßen moderat. Viele machen es günstiger, andere teurer – aber zumindest gefühlt steckt da noch Arbeit dahinter. Sich mit dem Thema auseinandersetzen, Gedanken darübermachen und dann gut und gerne die eine oder andere Stunde Arbeitskraft in Text und Bild stecken. Sicher, auch der Stundenlohn rein an Aktivität ist absolut top – aber ich kann wenigstens hinterher sagen, dass ich dafür was getan hab.

Ich bezweifle sehr stark, dass das auf Instagram auch nur annähernd ähnlich läuft. Sicher, auch hier steckt womöglich viel Arbeit in der richtigen Auswahl der Locations, in der Bilderstellung an sich und vielleicht auch in der Nachbearbeitung.

Aber 17.000 – 22.500€ für ein Bild?

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Dazu denk ich auch noch an den Wert für den Nutzer. Wenn ich durch meinen Feed scrolle, dann braucht es schon sehr viel, dass ich wirklich mal mehr als 3 Sekunden an einem Bild hängen bleib. Liegt vielleicht an dem Text, vermutlich aber eher an den Details, die auf dem dann doch kleinen Smartphone-Bildschirm nicht sofort in der Kürze der Zeit zu erkennen sind.

Auf der anderen Seite komm ich ja selbst aus der Werbung. Natürlich wird da nach Kontakten bezahlt. Und da liegt bereits der nächste kranke Punkt: Kontakt ist nicht gleich Kontakt. Sicher kann man nach den reinen Zahlen gehen, aber sind wir doch mal ehrlich: wer von den Abermillionen von Followern von Bibi, Dagi, Tick, Trick und Track kann sich denn auch nur ansatzweise an die letzten 3 Werbepartner oder Produkte erinnern?

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Im Grunde ist es wie im Fußball: es mag wahnsinnig und abartig anmuten, wenn für einen Spieler so aberwitzige Summen von 222 Mio. Euro bezahlt werden – eine Summe, die sich niemand vorstellen kann. Aber das ist der Markt und solange die Akteure bereit sind, diesen Unsinn mitzumachen, wird sich das Rad weiterdrehen.

Ob man diese Summen für ein einziges Bild aber nun wirklich rechtfertigen kann? Ich hab da so meine Zweifel.

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Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert.
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